Wie schon in den vergangenen Jahren ist es auch 2026 wichtig, die Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen zu sensibilisieren, die bei Befall bzw. Kontakt mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners und ihren Brennhaaren auftreten können.
Aktuell befinden sich die Populationen wieder in der frühen Phase des Aufbaus. Der Nachtfalter ist zwar für Mensch und Tier harmlos, nicht jedoch seine Raupen. Ihre Nester sind rundliche Gespinst-Beutel. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen ihre feinen Brennhaare, die leicht brechen und vom Winde verbreitet werden können. Die Haare, welche ein Nesselgift enthalten, können bei Menschen Hautreizungen, Schwindel, Fieber und Atembeschwerden hervorrufen. Am auffälligsten in der Natur ist der Kahlfraß, der vor allem freistehende Eichen trifft. Auch Haustiere können betroffen sein. Gelangen solche Brennhaare oder ganze Gespinstnester z.B. durch Luftbewegung in die Bodenstreu von Stallungen, können sie dort noch jahrelang aktiv sein.
Auf die möglichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit muss deshalb immer wieder hingewiesen werden:
Jegliche Arten von Raupen und Gespinsten sollten nicht berührt werden.
Kinder müssen vor dem Anfassen von Raupen oder solchen Gespinsten gewarnt werden.
Befallene Bereiche sind deutlich erkennbar abzusperren oder mit Warnschildern zu versehen.
Nach einem Aufenthalt in befallenen Gebieten sollten zumindest die Haare gewaschen, möglichst geduscht, die Kleidung gewechselt und gewaschen werden. Bei Hautausschlägen nicht kratzen, damit keine Entzündungen entstehen! Bei stärkeren Beschwerden muss ein Arzt aufgesucht werden.
Spezielle Fragen zum Gesundheitsschutz beantwortet das Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald über sein Auskunftstelefon unter: 03375 2621-45.
Damit es gar nicht erst zu Befall und solchen Beeinträchtigungen kommt, ist es ratsam, dass jeder Eigentümer von Eichenbäumen jetzt schon seine Bäume wieder aufmerksam nach geschlüpften Larven absucht. Die typischen Nester (Gespinste), die gerne in Astgabeln oder am Stamm (sog. Ruheplätze) entstehen, bilden sich etwa ab dem 5. Larvenstadium. Die Nahrungssuche der Tiere erfolgt nachts und trifft Knospen und Blätter mehrerer Eichenarten. Im älteren Larvenstadium sind die ‘Prozessionen‘ der Raupen – woher auch der Name stammt – in langen Kolonnen an den befallenen Bäumen zur Nahrungssuche auch tagsüber gut zu beobachten. Sie verlaufen ggf. sogar über Straßen und Plätze von Baum zu Baum. Ab Mitte Juni erfolgt dann in der Regel die Verpuppung. Die Kokons der einzelnen Raupen werden im Nest wabenartig zusammen-gesponnen. Auch das nähere Umfeld von Eichen ist in die Beobachtungen einzubeziehen, da Gespinste manchmal auch vom Baum abfallen können.
Die am Baum fest haftenden wie auch abgefallene Nester sind am sichersten auf mechanische Art und Weise zu bekämpfen, wozu dafür ausgebildete professionelle Fachfirmen heranzuziehen sind. Dabei saugen diese zum Zweck der Beseitigung der oben beschriebenen Brennhaare der Raupen die gesamten Nester nebst ihrer Brut ab. Dies geschieht meist bis Mitte Juni, bevor ein Ausfliegen der dann entwickelten Falter beginnt. Wir bitten daher auch alle Bürgerinnen und Bürgern um Aufmerksamkeit und um Mittteilung zu erspähten Nestern oder wenn solche Prozessionen beobachtet werden, damit rechtzeitig entsprechende Maßnahmen zur Bekämpfung in die Wege geleitet werden können.
Ansprechpartner der Stadt sind Herr Starke unter Tel.: 03375 5054-58 und Frau Beier unter Tel. 03375 5054-491 sowie per E-Mail: u.starke@wildau.de und j.beier@wildau.de.