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Zeichen für die Umwelt gesetzt

07.10.2015 Am 06. Oktober 2015 wurde im Volkshaus Wildau eine Sonderausstellung zum Thema „Umwelt“ eröffnet. Die Sonderausstellung besteht aus mehreren Einzel-Ausstellungen von unterschiedlichen Künstlern. Alle haben eines gemeinsam: Sie beschäftigen sich mit dem Thema Umwelt und betrachten es aus ihrer Sicht.
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Foto: Gisela Michailov

Die Idee zu einer Ausstellung dieser Art hatten der regional bekannte Künstler Wolfgang Reineck und die für Öffentlichkeitsarbeit in der Stadt Wildau zuständige Katja Lützelberger. Ca. drei Jahre bereiteten sie diese Ausstellung vor, motivierten Künstler und auch andere im Bereich Umweltschutz in der Region aktive Personen, wie z.B. Hans-Jürgen Bäcker vom Naturschutzbund NABU mit dabei zu sein.

Entstanden ist eine umfassende, informative Gemeinschaftsausstellung, die hier in der Region ihresgleichen sucht.

Mit dabei sind Werke von Wolfgang Reineck, welche u.a. den vom Aussterben bedrohten Kondor zeigen und eine Robbe, in deren Augen sich ihr zukünftiger Mörder spiegelt, kurz bevor er sie erschlägt. Auch Abbildungen von Igeln und dazugehörige Informationstexte sowie Fotografien von „kleinen“ heimischen Umweltsünden befinden sich in der Abteilung des Bürgermeisters im Erdgeschoss links.

Katja Rommel stellt ein Pferd aus, das durch eine sog. Rollkur gequält wird, stellt diese Qualen auch dar und möchte auf Probleme aufmerksam machen, die beim Dressurreiten von Pferden entstehen. Dinge, die sicherlich nicht jedermann bewusst sind. Ein Ausstellungsstück widmet sie auch dem Thema Stierkampf, wodurch jährlich viele Tiere sterben. Ein weiteres zeigt eine Dressurherde.

Jan Rommels Ziel ist es, in seinen Bildern die Beziehung zwischen Mensch und Natur darzustellen. Er stellt einen Baum aus, der unter Müll vertrocknet ist. Die Äste sind abgestorben und abgebrochen. Wie so oft erstickt die heile Welt/Natur unter dem Müll.

Angela Wagenknecht widmet sich mit ihren Bildern dem Natur- und Tierschutz. Sie stellt unter anderem einen kleinen hilflosen Welpen in der Hand eines Menschen aus, was für mich symbolisiert, wie schutzlos die Tiere der Willkür des Menschen ausgeliefert sind. Darüber hinaus zeigt sie auch ein Bild, auf dem ein Hai in einem Sektglas schwimmt, für mich ein Zeichen für die vielen Tiere, die in viel zu engen Käfigen eingesperrt leben müssen.

Karin Engel befasst sich in ihren Bildern mit dem Thema Fleischkonsum und der damit verbundenen furchtbaren Tierhaltung sowie dem Problem der Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll. Auf einem Bild ist eine Schildkröte zu sehen, für die eine leere Plastiktüte aussieht wie eine Qualle, bei deren Verzehr sie jedoch vermutlich sterben wird. Sie ruft auch, dass ein jeder sich in seinem eigenen Verhalten dazu disziplinieren sollte, etwas für die Umwelt zu tun.

Eindrucksvoll und nachhaltig wirksam ist auch das von Kai-Uwe Schulz im Erdgeschoss rechts ausgestellte Motorrad. Auf diesem verunglückte einst sein Neffe durch rücksichtloses Verhalten im Straßenverkehr. Er brachte darauf „Custum-Painting“ an und verarbeitete so den Tod von Christian Schulz. Seitdem wirbt er damit für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Hans-Jürgen Bäcker vom Naturschutzbund NABU zeigt im Flur der Finanzverwaltung Fotografien und Informationstexte zu Umweltproblemen aus den Themenbereichen Zigarettenkippen, Hundekothaufen und illegal entsorgten Müll. Er sorgt mit seiner Ausstellung für besonderen Diskussionsstoff, da er provoziert.

Inka Lumers Ausstellung in der Galerie im ersten Obergeschoss trägt den Titel: „Veteranen mit Rinde - alte Bäume im Dahmeland“. Mit Pinsel und Kamera war sie im Dahmeland unterwegs, woraus wundervolle Aquarelle entstanden sind. 12 von ihnen finden sich nun in einem Jahreskalender wieder, der für 15,00 EUR bei Frau Görlitz in der h.c. Pension in Wildau in der Freiheitstraße 24 oder bei Frau Lützelberger im Volkshaus Wildau in Zimmer 3 käuflich zu erwerben sind. Vielleicht ist dies ja ein schönes Weihnachtsgeschenk aus unserer Region?

Halo Klank-Neuendorf zeigt Fotografien zum Thema „Bäume im Wandel der Jahreszeiten“ im Flur vor dem Sekretariat des Bürgermeisters im 1. OG. Dabei ist immer ein Baum karg und ohne Blätter im Herbst und dann voller Blätter ergrünt im Sommer zu sehen. Die Bilder geben Hoffnung, dass auch nach einem Winter immer ein Sommer kommt und aus jedem fast noch so vertrocknet aussehenden Ast auch wieder Blätter sprießen können.

Edmund Werner beschäftigt sich in seinen ausgestellten Bilder im Eingangsbereich im Erdgeschoss mit dem Klimawandel und den daraus resultierenden Folgen wie die Schmelzung der Gletscher und die Ausbreitung der Wüsten. Er möchte aber auch darstellen, dass „Umwelt“ jeden betrifft, da alle für ihr Handeln die Verantwortung tragen. Jeder sollte bei sich selbst beginnen und schauen, was er für sich verändern und für die Umwelt tun kann.

Heidrun von Haacke stellt auf ihrem Gemälde im Eingangsbereich wirkungsvoll eine Situation nach einer Ölkatastrophe dar. Ein Kind findet einen toten Vogel, dessen Gefieder vollkommen mit Öl verschmutzt ist. Die Künstlerin beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Umwelt, es ist sicherlich nicht das letzte Bild von ihr, das im Volkshaus Wildau ausgestellt wird.

Walter Berger stellt ein Bild mit dem Titel „Löwe Cecil" aus. Der Wildauer Künstler erstellte es aus reinen Naturmaterialien, die er sich selbst zusammen stellte. Bei dem Motiv handelt es sich um einen Löwen, der von einem Amerikaner illegal während einer Jagd in Simbabwe getötet wurde. Das Original erstrahlte auch am Empire State Building in New York.

Darüber hinaus werden Witzzeichnungen vom Wildauer Künstler Kurt Gnichwitz im Erdgeschoss rechts ausgestellt, welche zum Schmunzeln und Überlegen anregen. Der Künstler zeigt das Umweltthema aus einer humorvollen Perspektive. Nichts desto trotz regen auch seine Werke das Auge des Betrachters eindeutig zum Nachdenken an.

Auch Schüler der Musikbetonten Gesamtschule "Paul Dessau" Zeuthen beteiligen sich an der Ausstellung und stellen ihre im Leistungskurs Kunst unter der Leitung von Frau Lidia Pluciennik gefertigten Werke zum Thema "Umwelt" aus. Die Arbeiten von Arne Ihmann, Pia Nerreter, Elisabeth Zinn, Justin Driescher, Ayla Lorenz und Sophia Herrmann beschäftigen sich mit Fragen und Sachverhalten rund um den Themenkomplex Umwelt, nicht nur in der bildlichen Darstellung, sondern auch in der Form der gewählten Materialien, welche sich teilweise sogar aus Recyclingprodukten zusammensetzen.

Heike Bischoff stellte Keramikkunst unter dem Thema „Harmonie Ton und Natur“ aus. Dabei wurden Pflanzen in Gegenstände aus Ton eingebunden. Zu sehen waren auch wundervolle Figuren, wie beispielsweise Eulen. Leider konnte diese Ausstellung nur am Eröffnungsabend gezeigt werden, da derzeit keine Ausstellungsmöglichkeiten in Vitrinen im Volkshaus Wildau vorhanden sind.

Die musikalische Eröffnung erfolgte gekonnt durch Ulrich Pletscher von der Musikschule Seeliger am Saxophon, welcher durch seine Musik zum Nachdenken anregte. Auch er erklärte sich bereit, sein Honorar an das Tierheim in Märkisch Buchholz zu spenden.

An diesem Abend wurde auf Blumen verzichtet, lediglich etwas Honig aus der Region vom Imkerverein Friedersdorf gab es, womit gleichzeitig auf das Sterben der Bienen aufmerksam gemacht werden sollte. Jeder Einzelne kann etwas für den Erhalt ihres Lebensraumes tun. Pflanzen Sie jetzt Bäume wie Linden, Robinien, Weiden und Apfelbäume. Stecken Sie Blumenzwiebeln in die Erde. Lassen Sie Unkraut oder besser „Wildkräuter“ auch einmal stehen. Löwenzahn und kleine Kleequellen z.B. eignen sich auch hervorragend als Nahrungsquellen für die Bienen.

Anstatt großer Präsente wurden an diesem Abend Spenden für das Tierheim in Märkisch Buchholz gesammelt. Denn aus Sicht der Organisatoren kommt das Thema Tierschutz aktuell in der Politik zu kurz, bei allen anderen Probleme. Aber die Tiere haben keine eigene Stimme, sie können sich ihren Lebensunterhalt auch nicht erarbeiten. Sie brauchen unsere Hilfe!

Kommen Sie ins Volkshaus Wildau und sehen Sie sich die Verbindung aus Kunst und Umwelt an. Unterstützen Sie das Anliegen der Ausstellungen, auf etwas aufmerksam zu machen, was sonst zu wenig Beachtung findet. Überlegen Sie für sich, was Sie persönlich in Ihrem Alltag für die Umwelt tun können und handeln Sie danach. Denn wir haben nur diese eine Umwelt, diesen einen Planeten zum Leben.

Die Ausstellungen verbleiben noch bis Ende 2015 im Volkshaus Wildau in der Karl-Marx-Straße 36. Sollte Ihnen ein Besuch innerhalb der Öffnungszeiten nicht möglich sein, so besteht auch außerhalb der Öffnungszeiten die Möglichkeit, mit Frau Katja Lützelberger einen individuellen Termin zu vereinbaren. Sie erreichen sie unter der Telefonnummer 03375/595463 oder per E-Mail unter K.Luetzelberger@wildau.de.

Katja Lützelberger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit