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Wirtschaftsstammtisch in Wildau

03.05.2012 Brandenburgischer Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten zu Besuch

Am 26. April 2012 fand der Wirtschaftsstammtisch des Bürgermeisters von Wildau, Herrn Dr. Uwe Malich, in der Firma RAKW im Gewerbepark in Wildau statt.
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Der Abend stand unter dem Thema „Energie“. Ehrengast war der brandenburgische Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, Herr Ralf Christoffers.

In seiner Begrüßung ging Dr. Malich kurz auf die Energieproblematik im Allgemeinen ein, welche zukünftig noch weiter zunehmen wird. Seiner Meinung nach muss man auf differenzierte Weise versuchen, mehr Energie zu erzeugen und sich zwingend mit der Einsparung von Energie beschäftigen. Danach sprach er die sich derzeit im Bau befindlichen großen Straßenbauvorhaben in Wildau, wie die L 401 und die Freiheitstraße, an. Auch die Bergstraße, deren Erneuerung voraussichtlich ab 2013 in Planung und ab 2014 im Bau ist, erwähnte der Bürgermeister. Die Straßenverhältnisse in Wildau sollen auf „Westniveau“ gebracht werden, was wichtig ist, um die Gemeinde als europäischen Spitzenstandort darzustellen und die Standortqualität für die Ansiedlung von Unternehmen weiterhin zu erhöhen. Auch den im März begonnenen Bahnhofsumbau, in welchen 7,5 Millionen EUR von Bund und Land investiert werden, die am 2. Mai beginnende Sanierung des Schwimmbeckens im Wildorado und das wachsende und international werdende gastronomische Angebot in Wildau sprach er an.

Den ersten Fachvortrag des Abends hielt Herr Gromottka, der Geschäftsführer der Firma RAKW. In dieser sind derzeit 280 Mitarbeiter beschäftigt, von denen in diesem Jahr 20 Mitarbeiter neu eingestellt wurden. Zum Standort in Wildau sagte Herr Gromottka: „Ein besseres Umfeld für uns gibt es eigentlich nicht“. In Königs Wusterhausen gab es vor nunmehr schon 21 Jahren keine geeignete Baufläche, so kam der Rohrleitungs- und Anlagenbau Königs Wusterhausen, was der Name RAKW ausgeschrieben bedeutet, nach Wildau. Das Unternehmen RAKW erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von 33 Millionen EURO und ist in fünf Arbeitsfeldern tätig: Rohrleitungsbau, Anlagenbau, Dienstleistungsservice, Elektrotechnik sowie Straßen- und Tiefbau. Jährlich werden ca. 200 Kilometer Versorgungsleitung verlegt. Der Ausbau der Freiheitstraße, für den der RAKW die Ausschreibung aller drei Bauabschnitte gewann, ist zu einem Vorzeigeobjekt für die Firma geworden. Bei dem in diesem Zusammenhang erbauten Regenwasserkanal, der das Wasser in drei Stufen staut, soll noch eine Turbine eingebaut werden, die Strom für das Wildorado erzeugen soll. Die Schaffung neuer Energieressourcen bringt neue Aufgabenfelder, wie Biogasanlagen, Wasserspeicher, Umrüstung der 110-kv-Freileitung zur Erdleitung und die Betriebsführung neuer Anlagen. Die Firma RAKW ist Mitglied im Netzwerk e.qua, dessen Grundidee die Wärmerückgewinnung aus Abwasser ist.

Der Geschäftsführer des Netzwerks, Herr Koschorrek, hielt das zweite Referat des Abends. Das Netzwerk e.qua wurde 2008 gegründet und wird zu 70 Prozent staatlich und zu 30 Prozent durch private Gesellschafter finanziert. Die Arbeit des Netzwerkrs findet auf politischer Ebene statt und zeigt bestimmte technische Lösungen auf. Innerhalb des Netzwerkes vernetzt und organisiert man sich, um gemeinsam mehr zu schaffen. 2011 fand der Ideenwettbewerb „Leuchtturmprojekte gesucht“ statt, bei dem das „Energiegebiet Wildau“ gewonnen hat. Das Netzwerk e.qua ist Marktführer im Bereich Abwasserwärmenutzung.
Nähere Informationen zum Netzwerk erhalten Sie unter http://www.e-qua.de.
Herr Lang, Leiter der Projektleitung des Netzwerks, sprach von zwei Planungsprämissen: 1. Senkung des Energieverbrauchs, 2. Gewinnung von Abwärme, Abgas und Abluft und erläuterte das Prinzip der Modellanlage zur Abwasserwärmerückgewinnung in Schenkendorf, welche im Sommer sogar kühlen kann.

Minister Christoffers stellte zum Abschluss im dritten Fachvortrag die Energiestrategie des Landes Brandenburg dar. „Brandenburg ist Schrittmacher bei den erneuerbaren Energien“, sagte der Minister. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Personenendverbrauch liegt in Brandenburg bei 16 Prozent, der Anteil am Bruttostromverbrauch beträgt 46 Prozent. Zudem ist Brandenburg ein Energieexport- und Transitland. Ohne Strom aus Brandenburg würde es bundesweit keine Energiewende geben. Diese birgt jedoch auch Gefahren, denn bis die alternativen Energien rentabel sind, vergehen mehrere Jahre. Dies war einer der Gründe, warum der Windkraft-Zulieferer SIAG, der unter anderem in Finsterwalde tätig war, im März 2012 Pleite ging. Der Minister arbeitet daran, gemeinsam mit Akteuren der Energiewirtschaft, Maßnahmen und Notwendigkeiten zu formulieren, um den Netzausbau voran zu treiben, ca. zwei Milliarden EUR würde der Ausbau der Energienetzwerke in Brandenburg kosten. Problem ist, dass die Kosten nur dort umgelegt werden dürfen, wo gebaut wird und nicht bundesweit.

Abschließend wird festgestellt, dass es spannend bleibt und die gesellschaftliche und politische Bereitschaft vorhanden sein muss, um die mit der Energiewende verbundenen Konflikte auszutragen. Denn die Energiewende greift in das Leben vieler Menschen ein. Andere EU-Länder sind bereits neugierig, wie der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland gelingen wird. Gebraucht werden Technologien und Effizienznetzwerke und eine gute Kommunikation zwischen Land und Unternehmen, insofern war die Idee des Abends, diese alle beim Wirtschaftsstammtisch des Bürgermeisters unter dem Thema „Energie“ zusammenzuführen, genau der richtige Schritt.

Katja Lützelberger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit