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Wirtschaftsstammtisch des Bürgermeisters in der Stadt Wildau

16.10.2015 Am 15. Oktober 2015 lud der Bürgermeister der Stadt Wildau wieder Unternehmer, Geschäftsführer und andere leitende Mitarbeiter von Unternehmen zu seinem traditionellen Wirtschaftsstammtisch ein.
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Die Unternehmer trafen sich mit dem Wildauer Bürgermeister im Schulungsraum des Wildorados, des Sport- und Freizeitzentrums der Stadt Wildau. Es gab drei fachkundige Vorträge, die jeweils zu lebhaften Diskussionen Anlass gaben. Zunächst erläuterte der Geschäftsführer der Wildauer Sportbetriebsgesellschaft (WSB), Herr Kurrat, Notwendigkeit und Möglichkeiten für ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Die demografische Entwicklung und der auch in unserer Region beginnende Fachkräftemangel verlangen immer stärker das Engagement der Unternehmen/Unternehmer und Institutionen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Sowohl die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, als auch ihre Bindung an das Unternehmen werden durch eine zielgerichtete und mit den Mitarbeitern abgestimmte Gesundheitsförderung unterstützt. Die entsprechenden Ansatzpunkte für das Handeln der Unternehmen sind vielfältig: Bewegung/Sport, gesunde Ernährung, Aufklärung über Suchtgefahren, Möglichkeiten zu Stressabbau und –vermeidung sind Schwerpunkte. Der Gesetzgeber unterstützt die Bemühungen der Unternehmen/Betriebe steuerlich. Auch die Krankenkassen stehen den betrieblichen Bemühungen zur Gesundheitsförderung immer offener und kooperativer gegenüber. Natürlich ist das Wildorado ein guter und kompetenter Anlaufpunkt für die Unternehmen zur Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter.

In einem weiteren Vortrag stellte Matthias Schulnick, Geschäftsführer der enerix® Alternative Energietechnik energieplus company GmbH aus Berlin, neue technische Möglichkeiten der effizienten Solarstromerzeugung und -nutzung vor. Neben hochwertigen Erzeugungsanlagen, insbesondere auf den Gebäudedächern, spielen neue technische Möglichkeiten der Solarstromspeicherung und der modernen elektronischen Verbrauchssteuerung eine wichtige Rolle. Mit der Kombination von Solarstromerzeugung und -speicherung können die Stromkosten sowohl privater Häuser als auch gewerblicher Betriebe um mehr als die Hälfte gesenkt werden. Damit wird die Autarkie erhöht und ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, zur Verminderung der CO2-Emission geleistet. Enerix bietet sein System deutschlandweit sowie in Österreich sehr erfolgreich an.

Des weiteren erläuterte der Personalberater Thomas Löser aus Berlin die Möglichkeiten der Gewinnung von Fachkräften aus anderen EU-Ländern, insbesondere aus Spanien. In Spanien ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor sehr hoch und viele Menschen denken dort inzwischen ernsthaft über einen Umzug und eine Arbeitsaufnahme in Deutschland nach. Das betrifft sowohl hochkarätige Fachkräfte als auch vermehrt junge Menschen im Alter von ca. 22 bis 28 Jahren, die sich für eine Ausbildung in Deutschland interessieren. Der Brückenschlag von Spanien nach Deutschland ist für die spanischen Arbeitskräfte nicht ganz einfach. Eine Herausforderung ist die deutsche Sprache, es gibt mitunter Mentalitätsunterschiede zwischen Deutschen und Spaniern und auch die gesellschaftliche Organisation unterscheidet sich. Aber diese Hürden sind nach bisherigen Erfahrungen, die Herr Löser anschaulich vorstellte, durch professionelle Unterstützung überwindbar. Hierbei unterstützt er und das Team der „Bridge For Mobility“, einer deutsch-spanischen Kooperation, sowohl Betriebe als auch arbeitsuchende Spanier. Nach seiner Erfahrung sind diese neuen Mitarbeiter, nachdem sie hier Fuß gefasst haben, in vielen Branchen loyale, motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter. Die Startphase erfordert einen erhöhten Aufwand sowohl für die Unternehmen, die Spanier einstellen oder ausbilden wollen, als auch für die spanischen Fachkräfte, die in Deutschland einsteigen wollen. Diese Aufwände lohnen sich jedoch für beide Seiten, wenn eine gewisse Kompromissbereitschaft mitgebracht wird. 

Wildau ist weiter auf dem Weg nach vorn. Die wirtschaftliche Entwicklung am Standort ist positiv. Wildau wird dabei immer mehr zu einer auch international offenen Stadt. Mehrere 100 ausländische Studenten an der Technischen Hochschule gibt es. Demnächst kommen auch Flüchtlinge/Asylsuchende nach Wildau. Und es gibt schon jetzt interessante Sportler mit Migrationshintergrund in Wildauer Sportvereinen. Zum Beispiel ganz neu ist bei den Wildauer Handballern ein ehemaliger kubanischer Nationalspieler, der auch schon in Spanien, Rumänien und Ungarn auf höchster Ebene Handball spielte und nun den Weg nach Wildau gefunden hat. Wildau ist wirtschaftlich erfolgreich und soll/muss gleichzeitig Heimat für viele ganz unterschiedliche Menschen sein. Eine große, sehr schwierige Aufgabe, die in den nächsten Jahren vor uns liegt und für ihre Realisierung den Unternehmern eine besondere Bedeutung und Verantwortung gibt.

Dr. sc. Uwe Malich, Bürgermeister