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Wirtschaftsstammtisch des Bürgermeisters

08.05.2014 Am Dienstag, den 6. Mai 2014, fand im Wildauer Feuerwehrgebäude wieder ein Wirtschaftsstammtisch des Bürgermeisters von Wildau statt. Ca. 40 Gewerbetreibende waren der Einladung des Bürgermeisters gefolgt. Präsentiert und diskutiert wurden drei Themenschwerpunkte.
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Zunächst erläuterte der Bürgermeister den von der Stadt Wildau erreichten Entwicklungsstand. Dazu hat der Bürgermeister 20 deutsche Vergleichskommunen (Klein- und Mittelstädte) nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Analysiert wurde der Entwicklungszeitraum von 2003 bis 2011. Deutlich wurde, dass Wildau auf dem Weg in die deutsche Spitzengruppe der Kommunen ist. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Arbeitsplatzangebotes in Wildau. Hier wurden sehr große Zuwächse erreicht. Deutlich positiv entwickelt hat sich auch die Wildauer Steuerkraft. Wildau nähert sich hier den wirtschaftsstarken westdeutschen Kommunen. Wichtige Fortschritte gab es auch in Bezug auf die Haushaltseinkommen der privaten Haushalte. In dieser Beziehung nähert sich Wildau der bundesdeutschen Spitzengruppe. Ein weiteres erfreuliches Ergebnis der vorgestellten Analyse war auch, dass sich der Nordteil unseres Landkreises insgesamt, also auch die Nachbarkommunen von Wildau, in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt haben. Allerdings waren auch noch einige Schwachpunkte erkennbar. Zum Beispiel gibt es noch relativ viele Arbeitslose in Wildau. Auch der Anteil der SGB II-Bezieher (Hartz IV) ist in Wildau noch relativ hoch. Hierzu wäre eine spezielle wissenschaftliche Untersuchung wünschenswert, um weitere Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik zu ermitteln.

Ein zweiter Schwerpunkt der Veranstaltung widmete sich der Wildauer Feuerwehr. Der erreichte gute wirtschaftliche Stand der Stadt Wildau schlägt sich auch in relativ hohen Anforderungen an die Feuerwehr der Stadt nieder. Wildau hat weit mehr als 1000 Gewerbebetriebe, ist dicht bewohnt und ein Verkehrsknotenpunkt. Diese Bedingungen führen zu einer relativ hohen Risikoklasse Wildaus für den Brand- und Katastrophenschutz. Die Einsatzhäufigkeit der Wildauer Feuerwehr ist relativ hoch (durchschnittlich knapp 200 Einsätze pro Jahr). Einige der durchaus nicht einfachen Probleme der Sicherung der vollen Einsatzbereitschaft der Wildauer Feuerwehr sind lösbar, so die Anschaffung guter Technik für die Brandschutz- und Rettungsaufgaben. Die in den vergangenen Jahren errichtete neue Feuerwache dokumentiert ebenfalls das Engagement der kommunalen Politik für ihre Feuerwehr. Aber die komplizierte demografische Entwicklung im Land (Deutschland insgesamt ebenso wie Brandenburg) macht auch um Wildau keinen Bogen. Junge verantwortungsbewusste Männer und Frauen, die sich ein Engagement im Bereich der nicht leichten Feuerwehreinsatztätigkeit vorstellen können, sind relativ knapp. Die entsprechende Ausbildung ist anspruchsvoll und die Einsatztätigkeit fordert den Mann bzw. die Frau manchmal zu den ungünstigsten Zeiten. Der Stadtbrandmeister a. D. Olaf Zdrankowski pflegt hierzu immer festzustellen: „Feuerwehrmann ist man ganz oder gar nicht“. Also, die Wildauer Feuerwehr könnte noch einige engagierte, lernbegierige und zur Verantwortungsübernahme bereite junge Leute gebrauchen. Und diese jungen Leute brauchen für die Feuerwehr-Aufgaben verständnisvolle Arbeitgeber. Ein Feuerwehreinsatz kann auch bedeuten, für zwei oder auch mehr Stunden seinen Arbeitsplatz verlassen zu müssen. Den entsprechenden Lohnausfall trägt die Kommune, aber natürlich wird heute jeder Mann/jede Frau auf der jeweiligen Arbeitsstelle dringend gebraucht, so dass Ausfallzeiten nicht leicht zu verkraften sind. Die Verantwortlichen der Feuerwehr, insbesondere der neue Stadtbrandmeister René Sperling, stehen für eine Kontaktaufnahme gerne zur Verfügung (Telefonnummer: 03375/505461).

Im weiteren stellte der Geschäftsführer der Seniorenheim Wildau GmbH, Herr Andreas Beckmann, sein Unternehmen und die gegenwärtigen Hauptprobleme der Arbeit der Seniorenheime vor. Gesellschafter der Seniorenheim Wildau GmbH sind der Regionalverband Süd der Arbeiterwohlfahrt, der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt und die Stadt Wildau. Eine relativ ungewöhnliche, aber durchaus positive und zukunftsorientierte Gesellschafterstruktur. Die Bedeutung der Seniorenheime, der stationären Pflegebetreuung wird in den kommenden Jahren in Deutschland insgesamt und natürlich auch in unserer Region sehr stark zunehmen. Auch dies ist Folge der demografischen Entwicklung. Die Zahl der Menschen geht im Land Brandenburg in den nächsten 15 Jahren um ca. 20 Prozent zurück. Gleichzeitig steigt der Altersdurchschnitt der verbliebenen Menschen stark an. Bei vielen entsteht dann in den letzten Jahren Pflegebedürftigkeit. Dafür werden immer mehr Pflegefachkräfte benötigt. Diesen Widerspruch zu lösen, ist nicht einfach, wird immer schwieriger. Die Seniorenheim Wildau GmbH versucht mit Erfolg seit mehreren Jahren durch eine sehr engagierte Ausbildungstätigkeit diesem Problem entgegen zu wirken. Das hat auch zur spürbaren wirtschaftlichen Stabilisierung der Seniorenheim Wildau GmbH beigetragen. Aber die Anforderungen werden in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen. Auch die Investitionstätigkeit der Seniorenheim GmbH muss auf einem hohen Niveau fortgeführt werden, um die baulichen und technischen Voraussetzungen für die Pflege auf dem erreichten hohen Niveau zu erhalten. In der Diskussion wurde auf die nicht einfachen Bedingungen für die Pflegefachkräfte hingewiesen. Hier sind materielle Konsequenzen zu ziehen und die gesellschaftliche Anerkennung dieser Berufsgruppe sollte weiter verbessert werden.

Auf dem Wirtschaftsstammtisch konnte zur bisherigen Entwicklung der Stadt Wildau ein positives Fazit gezogen werden, aber genauso sichtbar gemacht wurde, dass große Probleme und Herausforderungen in den kommenden Jahren vor uns stehen werden.

Bürgermeister Dr. Uwe Malich