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Zwischenbilanz auf dem Weg nach vorn

30.06.2014 Liebe Wildauerinnen und Wildauer,

das Jahr 2014 bietet manchen Anlass, Zwischenbilanz zu ziehen auf dem Weg unserer Gemeinde/Stadt nach vorn.
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Wildau ist eine Gemeinde/Stadt, die im Verlaufe ihrer Entwicklung schon große Höhen, aber auch extreme Tiefen bewältigt hat. Immerhin gab es hier vor 100 Jahren die drittwichtigste Lokomotivfabrik des Deutschen Reiches (+ bedeutsamer Rüstungsproduktion bzw. – ab August 1914 – Kriegsproduktion, wie z.B. Torpedos für die Reichskriegsflotte). Von 1933/34 bis zum April 1945 gab es in Wildau ebenfalls eine sehr umfangreiche und sehr intensive Lokomotiv- und Rüstungs- bzw. Kriegsproduktion. In dieser Zeit wurde in Wildau in sehr großem Umfang auch für die Luftwaffe des Deutschen Reiches produziert. Mehrere große Zwangsarbeitslager waren Ausdruck dieser Situation unserer Gemeinde. Wildau war damals sehr kriegswichtig. Ab 1950 wurde Wildau zu einem bedeutsamen Standort des Schwermaschinenbaus. Für die sog. „sozialistische Industrialisierung“ der DDR in den 50-er Jahren wurde Wildau wieder sehr wichtig. Dabei war der Wildauer Schwermaschinenbau außerdem auch im Auslandsgeschäft sehr erfolgreich.

Zwischen den großen wirtschaftlichen Aufstiegsperioden gab es für Wildau aber immer wieder auch schwere Krisen. Teilweise schienen Auswege aus den Krisen kaum noch möglich zu sein. Nicht einfach, aber u.a. durch das Geschick der Verantwortlichen der BMAG.Berliner Maschinenbau-Aktiengesellschaft, vorm. L. Schwartzkopff, konnte die Krise nach dem Ende des 1. Weltkrieges relativ gut überwunden werden. Viel schlimmer wirkte sich die große Weltwirtschaftskrise Anfang der 30-er Jahre auf Wildau aus. Der Wildauer Großbetrieb Maffay-Schwartzkopff wurde 1931 stillgelegt. Die BMAG Lokomotivfabrik (Schwartzkopff) war seinerzeit dem gleichen Schicksal relativ nahe. Anfang 1933 waren 80% der arbeitsfähigen Männer Wildaus arbeitslos. Die strenge Sparpolitik des Reichskanzlers Heinrich Brüning 1931/32 (heute würde man das als Austeritätspolitik bezeichnen) war katastrophal auch für Wildau. Noch härter und zunächst noch auswegloser war die Situation in Wildau nach dem Ende des 2. Weltkrieges, nach der Befreiung Deutschlands von dem verbrecherischen deutschen NS-System durch die alliierten Siegermächte. Große Teile der Wildauer Industriekapazitäten wurden wegen ihrer Kriegsbedeutung zerstört bzw. demontiert. Auch die nach sehr langen Aufschwungsjahren unter spezifischen Rahmen-bedingungen (DDR–Staatssozialismus) Ende der 80-er/ Anfang der 90-er Jahre offenbar werdende Strukturkrise der Wildauer Wirtschaft und des Ortes insgesamt war nicht einfach zu überwinden.
Die Wildauer Wirtschaft, d.h. vor allem der Wildauer Schwermaschinenbaubetrieb, wurde von einem Tag auf den anderen (am 1. Juli 1990) weitgehend ungeschützt den rauen Bedingungen des Weltmarktes ausgesetzt, ohne darauf vorbereitet gewesen zu sein. Das war damals vergleichbar mit dem Sprung eines Herzkranken ins eiskalte Wasser.

Aber Wildau ging auch Anfang der 90-er Jahre nicht unter! Obwohl die große SMB AG in die Insolvenz musste und tausende Arbeitsplätze dem zum Opfer fielen. Auch die Wildauer Bevölkerungszahl ging zurück. Am 03.10.1990 hatte Wildau nur noch 7.046 Einwohner.

Doch wieder berappelte sich unser Ort. Teile unseres Maschinenbaus konnten sich trotz harter internationaler Konkurrenz behaupten, neu organisieren und die Rückstände zum internationalen Spitzenniveau schrittweise aufholen. Viele neue Betriebe/Unternehmen wurden unter den neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen in Wildau gegründet bzw. siedelten sich hier neu an. Wildau wurde wieder als interessanter, sehr guter Standort entdeckt. Wildau hat viele objektive Vorzüge/Vorteile für Unternehmen, aber auch für die Bürger, für Berufstätige zum hier Wohnen und Leben. Die geographische Situation des Ortes ist sehr positiv, u.a. wegen der Nähe zur Metropole Berlin, wegen der Nähe zu den europäischen Hauptverkehrsadern in Ost-West- sowie in Nord-Süd-Richtung und wegen landschaftlich relativ schöner Umgebung (Wald, Wasser, Landschaft und Landwirtschaft vor allem südlich von Wildau). Auch die klimatischen Verhältnisse sind für das Leben und Arbeiten in Wildau sehr günstig. Schließlich gab es in Wildau (und Umgebung) aufgrund der langen industriellen Tradition des Ortes ein an intensive und qualitativ anspruchsvolle Arbeit gewöhntes Arbeitskräftepotential. Besondere Marksteine des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs Wildaus seit den 90-er Jahren waren neben der teilweisen Erholung des Maschinenbaus der Aufbau des A10-Centers durch einen privaten Investor und der Aufbau des Zentrums für Luft- und Raumfahrt (I – IV) durch den Landkreis Dahme-Spreewald in Wildau. Die wirtschaftliche Renaissance unseres Ortes wurde zudem wesentlich ergänzt und bereichert durch die Gründung und starke Entwicklung der Technischen Hochschule (FH) in Wildau durch das Land Brandenburg.

Die Gemeinde/Stadt Wildau selbst hat in dem schwierigen und bis heute relativ erfolgreichen Wiederaufstiegsprozess seit Anfang der 90-er Jahre eine aktive und besondere Rolle gespielt. Die Gemeinde hat sich von Anfang an auf breiter Front unternehmerisch betätigt, selbst mehrere Unternehmen gegründet bzw. mit begründet, um sowohl den wirtschaftlichen Aufschwung aus der schweren Krise mit anzuschieben, als auch um die Lebensbedingungen vor Ort positiv zu beeinflussen: WiWO Wildauer Wohnungsbaugesellschaft, gegr. 27.01.1991; Gesundheitszentrum Wildau GmbH, gegr. 27.07.1992; MEG Medizinische Einrichtungsgesellschaft mbH, gegr. 27.07.1992; ABS Arbeitsförderungs-, Beschäftigungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft mbH, gegr. 13.08.1992; WSB Wildauer Sportbetriebsgesellschaft mbH, gegr. 13.09.2006. Bei diesen Gesellschaften ist die Stadt Wildau alleinige Eigentümerin. Mitgesellschafterin ist die Stadt Wildau bei der Seniorenheim Wildau GmbH, gegr. 07.07.1993; der BADC Berlin Brandenburg Area Development Company, gegr. 04.06.2004 (vorher FEBB, ohne Wildau). Mitbegründerin und Miteigentümerin war die Stadt Wildau auch bei der TGZ Technologie und Gründerzentrum Wildau GmbH, gegr. 22.12.1994. Ihren entsprechenden Eigentümeranteil hat die Stadt Wildau, ebenso wie die Stadt Königs Wusterhausen, in 2013 an den Landkreis Dahme-Spreewald verkauft.

Allein die WiWO hat von Anfang der 90-er Jahre bis heute ca. 100 Mio. € in die Sanierung des Wildauer Wohnungsbestandes investiert, davon ca. 50 Mio. € in die Sanierung der Schwartzkopff-Siedlung. Die Gemeinde hat diesen Prozess durch Bürgschaften und Fördermittel (Bund, Land, Kommune) massiv unterstützt. Auch Aufbau und (Gebäude-) Sanierung des Technologie- und Gründerzentrums (Mitgesellschafter neben Wildau waren der Landkreis Dahme Spreewald und die Stadt Königs Wusterhausen) war sehr schwierig, langwierig und aufwendig. Ähnliches gilt für die Sanierung des Gesundheitszentrums (früher Poliklinik). Von 2004 – 2007 hat die Gemeinde Wildau die Sport- und Schwimmhalle mit einem Aufwand von ca. 10 Mio. € (davon knapp 5 Mio. € Fördermittel des Landes Brandenburg, inkl. EU- Mittel) zum Wildorado erweitert, heute von der Wildauer Sportbetriebsgesellschaft im Auftrag der Stadt betrieben.
Ein notwendiger und wichtiger Schwerpunkt der Investitionsanstrengungen der Gemeinde war von Anfang an die Sanierung (und Erweiterung) der Wildauer Schulen und Kindertagesstätten. Die heutige Ludwig-Witthöft-Oberschule wurde in den 90-er Jahren mit fast 20 Mio. DM saniert und erweitert (Schulbaukredit). Ihr Zustand war am Ende des in der DDR versuchten Höhenfluges zum Sozialismus besonders schlecht. Die heutige Grundschule wurde in einem über viele Jahre dauernden Prozess mit insgesamt deutlich mehr als 10 Mio. DM saniert. Ein Teil des Betrages wurde schon in Euro investiert. Auch die Kita Wirbelwind und die Kita am Markt waren große Investitionsschwerpunkte. Bildung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen waren in den vergangenen 20 Jahren ein besonderes Anliegen der Gemeinde/Stadt. In den letzten Jahren wurde in Wildau zunehmend auch in die Infrastruktur investiert, d.h. vor allem in den Straßenbau. (Der MAWV, dessen Gründungsmitglied die Gemeinde Wildau war, hat in den vergangenen 20 Jahren ebenfalls in Wildau viel in die Wasserversorgung- und Abwasserentsorgung investiert.) Die Erschließung des SMB-Geländes von 2005 – 2013 hat knapp 5 Mio € gekostet, Fördermittel haben die entsprechenden Arbeiten der Gemeinde wesentlich begünstigt. Der grundhafte Neu-Ausbau der L401, 1. und 2. BA (Karl-Marx-Straße und Friedrich-Engels-Straße), von 2009 bis 2013 benötigte einen Investitionsaufwand von ca. 4,6 Mio. €, wovon die Gemeinde Wildau allein knapp 850.000 € aufbrachte. Auch dies mit Hilfe von Fördermitteln. Der grundhafte Ausbau der Freiheitstraße von 2010 bis 2012 kostete über 2,7 Mio. €, davon knapp 850.000 € Fördermittel. Der Ausbau der Straße an der Dorfaue und des Kreisverkehrs am nördlichen Ausgang der Dorfaue Richtung Zeuthen und zur Freiheitstraße kostete zusammen etwas über 400.000 €, wovon die Gemeinde Wildau reichlich 200.000 € trug. Der Ausbau des Bahnhofsumfeldes und die Erneuerung/Modernisierung des Bahnhofes Wildau von 2005 bis 2013 kosteten zusammen ca. 13,2 Mio. €. Die Gemeinde war hier mit ca. 2,9 Mio. € dabei (davon 2,1 Mio. € Fördermittel). Der Bau der Eisenbahnüberführung (straßenseitige Untertunnelung) von der Bergstraße zur L401 (Richard-Sorge-Straße) kostete inkl. der Umfeldgestaltung ca. 9 Mio. €, wovon auf die Gemeinde ca. 1 Mio. € entfielen.

Die Herstellung und Modernisierung der Infrastruktur ist sehr aufwendig. Aber sie ist notwendig für das gute Funktionieren eines ambitionierten, auf internationales Spitzenniveau in Wissenschaft und Wirtschaft ausgerichteten Standortes. Auch für die Lebensqualität vor Ort ist eine gute Infrastruktur sehr wichtig.
Wildau hat in den vergangenen 20 Jahren sehr viel erreicht. Die Stadt ist heute im Land Brandenburg ein besonderer Standort. Wir können relativ stolz sein auf unsere Entwicklung, zumal die Lage Wildaus Ende der 80-er/Anfang der 90-er Jahre wirklich schwierig war. Doch es gibt damit keinen Grund, sich nun bequem zurückzulehnen und das Weitere quasi als Beobachter nur abzuwarten. Wir befinden uns in einer Wettbewerbs- bzw. Konkurrenzsituation. Das ist wie Schwimmen gegen den Strom, wer aufhört sich vorwärts zu bewegen, der treibt zurück. Ein Standort kann im Wettbewerb, wenn er nicht attraktiv genug ist, Unternehmen, Arbeitsplätze, Arbeitskräfte, Einwohner, Studenten u.a. verlieren. Damit verliert der Standort, die Kommune, aber auch Steuer-Einnahmen (Gewerbesteuer, Einkommensteuer). Ein „Teufelskreis“ entsteht, der zum Abstieg einer Kommune führt, führen kann, mit allen negativen Konsequenzen (Überschuldung der Kommune, Verschleiß und schließlich Verfall der Infrastruktur, Schließung von Versorgungseinrichtungen, Schulschließungen, Abwanderung der Jugend usw.). Wir wollen unsere gute Position aber nicht verlieren und sie nicht nur halten, sondern weiter ausbauen, weiter verbessern. Das ist allerdings kein Selbstläufer, sondern verlangt weiterhin Mut und kluge Entscheidungen und weitere Investitionen in die Zukunft unserer Stadt. Dabei wird unsere Zukunft in kleinen Schritten, Jahr für Jahr ein wenig mehr, erschwert durch unsere demographische Entwicklung. Wir werden durchschnittlich – was ja eigentlich sehr positiv ist – immer älter. Aber es entsteht in diesem Zusammenhang ein schrittweise zunehmender Mangel an Arbeitskräften. Das fängt relativ harmlos an einigen ersten Punkten an, besonders bei Hochqualifizierten, und verbreitert sich dann immer mehr. Wir stehen heute am Beginn dieser Entwicklung, die uns in den kommenden Jahren mit Sicherheit zunehmend Sorgen und Kopfzerbrechen und Auseinandersetzungen bereiten wird.

Schon für 2014 hat sich die Stadt Wildau für ihren weiteren Weg nach vorn wieder viel vorgenommen. Wir wollen und müssen unsere Kita-Kapazitäten erweitern, u.a. weil in Deutschland der Rechtsanspruch an Kinderbetreuung erweitert wurde, weil sich die Arbeitsmarktsituation auch in Wildau weiter verbessert hat und weil junge qualifizierte Menschen bzw. Familien mit Kindern nach Wildau ziehen wollen. Notwendig ist auch die weitere Sanierung unserer Sport- und Schwimmhalle, des Altbestandes unseres „Wildorados“. Dieser Teil des Objektes ist „in die Jahre gekommen“. Sanierung und Modernisierung sind dringend notwendig, damit das Wildorado weiterhin seine Funktionen für Sport, Gesundheitsvorsorge, Erholung und Wohlbefinden erfüllen kann. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt für Wildau in 2014/2015 ist die Sanierung und Wiederherstellung unseres Klubhauses an der Dahme, einschl. seines Umfeldes (Zufahrt, Uferpromenade, Parkplatz, Steganlage, Wasserwanderliegeplatz). Das Klubhaus-Projekt ist etwas Besonders. Damit erreichen sowohl unsere Ausstrahlung/Attraktivität nach außen, als auch unsere Rahmenbedingungen für die Lebensqualität vor Ort ein neues Niveau, wenn wir dieses anspruchsvolle Projekt gut schaffen. Ebenfalls nicht leicht umzusetzen ist auch unser viertes aktuelles Großprojekt, der grundhafte Ausbau der Bergstraße. Die Bergstraße wird sehr intensiv befahren. Sie ist u.a. für die gute Anbindung unserer Wirtschaft (SMB Wissenschafts- und Technologiepark) und unserer Technischen Hochschule sehr wichtig. Für den grundhaften Ausbau der Bergstraße sind Fördermittel von großer Bedeutung.
Von den vier in 2014 hoffentlich gut vom Start loskommenden Projekten werden drei uns auch in den nachfolgenden Jahren beschäftigen, das Klubhaus bis 2015, das Wildorado und die Bergstraße bis 2016. Aber es liegen auch noch weitere Aufgaben vor uns, die wir mittelfristig in Angriff nehmen sollten. Dazu gehört der weitere grundhafte Ausbau von Straßen, die vor mehr als 60 oder mehr als 80 Jahren erstmalig hergestellt wurden und inzwischen einen teilweise sehr schlechten Zustand haben. Z. B. die Jahnstraße, die Südpromenade, die Nordpromenade, (in Teilen) die Fichtestraße, auch das Westkorso.

Neben den weiteren Straßenbauaufgaben in den Folgejahren stehen auch unsere Sportkapazitäten auf dem Entwicklungsplan. Der Sport ist seit über 100 Jahren ein Markenzeichen der Gemeinde, heute Stadt Wildau. Und das ist gut so!

In den Wildauer Sportvereinen sind ca. 1.700 Wildauer aller Altersklassen sportlich organisiert. Zudem sind im Fitnessbereich des Wildorados ca. 1.000 Menschen regelmäßig sportlich aktiv. Die Zahl der die Schwimmhalle Nutzenden ist noch sehr viel größer. Der Sport ist für zahlreiche Wildauer Teil ihres Lebens, Teil ihrer Gesundheitsvorsorge, Teil ihres Wohlbefindens. Aber die Wildauer Sportkapazitäten sind überlastet, reichen für den heutigen und für den zukünftig absehbaren Bedarf nicht aus. Das hat auch mit der hohen Studentenzahl an unserer Technischen Hochschule zu tun. Und es hat damit zu tun, dass der Sport wegen unserer demographischen Entwicklung immer wichtiger wird. Sport ist lebensnotwendig, gerade um im  Alter, auch im höheren Alter, möglichst gesund zu bleiben. Ein erster wichtiger Schritt zur Erweiterung und Verbesserung unserer Sportkapazitäten wäre die Anlage eines Kunstrasenplatzes für den Wildauer Fußball, der sich in den letzten Jahren qualitativ und vom Umfang her (Anzahl der Sportler) sehr gut entwickelt hat, nun aber fühlbar an die Grenzen der vorhandenen Platzkapazitäten stößt. Auch die Sporthallenkapazitäten genügen den Anforderungen des gegenwärtigen und zukünftigen Sportbetriebes nicht. Schon seit längerer Zeit versuchen die Handballer notgedrungen und mit nicht geringen Schwierigkeiten Hallen-Zeiten in den Nachbarkommunen zu bekommen. Auch der Wildauer Handball hat noch große Ziele sowohl hinsichtlich der Breite seines Angebotes, als auch in Bezug auf seine Leistungsspitze. Insofern sollte eine zusätzliche neue Ballsporthalle angestrebt werden, die auch von der Technischen Hochschule vielfältig genutzt werden kann. Schließlich bleibt noch das Otto-Franke-Stadion. Das Stadion wird in 2014 immerhin 60 Jahre alt. Der altersbedingte Sanierungsbedarf ist dem Stadion und seinen Nebeneinrichtungen deutlich anzusehen. Auch diese große Aufgabe steht mittelfristig an.

Es ist noch viel zu tun. Die Realisierung unserer weiteren Aufgaben passiert nicht im „Handumdrehen“, sondern nur schrittweise. Ein Projekt nach dem anderen. Das wichtigste zuerst. Die Projekte in den Bereichen Infrastruktur (vor allem Straßen) und Sport erfordern viel Geld. Der erfolgreiche Wirtschaftsstandort Wildau hat eine gute Einnahmeentwicklung (vor allem Gewerbesteuer und (anteilige) Einkommensteuer). Je erfolgreicher wir sind, desto besser sind auch unsere Steuereinnahmen. Eine gute Infrastruktur und ein leitungsfähiges örtliches Arbeitskräftepotential stärken den Wirtschaftsstandort, führen zur Ansiedlung weiterer Unternehmen. Das stärkt wiederum unsere Steuerkraft. Das sind positive Entwicklungszusammenhänge. Diese müssen wir mobilisieren und ausbauen.

Für unseren weiteren erfolgreichen Entwicklungsweg als Stadt Wildau sind auch in Zukunft mutige und richtige kommunalpolitische Entscheidungen notwendig. Hätte es diese in den vergangenen Jahren nicht gegeben, hätten wir heute keine sanierte Schwartzkopff-Siedlung, kein Wildorado, keine Gemeindebibliothek, keinen Jugendklub (Haus der Jugend und Vereine), keine gut ausgebaute Straße an der Dorfaue, kein leistungsfähiges Seniorenheim und vieles andere mehr nicht. Wenn wir keinen Stillstand und keinen Rückfall für unser Wildau wollen, dann müssen wir auch in den kommenden Jahren konstruktiv, zielorientiert und mutig weiter gehen. Und: Gute Frauen und Männer braucht die Stadt! Und noch etwas ist entscheidend: Frieden in Europa braucht auch unsere kleine Welt in Wildau, das ist das Allerwichtigste für uns! Aber es ist leider keine Selbstverständlichkeit, wie ein Blick zurück in die europäische Geschichte und auch die Geschichte unseres Wildaus deutlich macht.


Dr. sc. Uwe Malich, Bürgermeister