Positive Lebenseinstellung und psychische Gesundheit

Ende des 20. Jahrhunderts stellten sich amerikanische Psychotherapeuten unter Leitung des Professors Martin Seligman die Frage, was Menschen tun müssen und brauchen, um psychisch gesund zu bleiben oder zu werden.
In einer ausführlichen Studie erfassten sie Menschen aus verschiedenen Ländern und fragten sie, was ihre Grundlage für seelische Gesundheit ist. Für die Forscher war es erstaunlich, dass alle Befragten, egal, wo sie lebten, die gleichen Grundlagen angaben.

Es waren sechs verschiedene Kategorien:
  1. Wissen und Weisheit
  2. Mut
  3. Liebe und Menschenfreundlichkeit
  4. Gerechtigkeit
  5. Mäßigung
  6. Spiritualität

Dazu gibt es noch erklärende Untertitel:
Zu 1.: Neugier, Interesse für die Welt, Intelligenz in manuellem, sozialem und emotionalem Bereich, Weitblick, Bauernschläue
Zu 2.: Tapferkeit, Zivilcourage, Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Durchhaltekraft
Zu 3.: Lieben und sich lieben lassen, Hilfsbereitschaft (Ehrenamt!) Liebe gibt es dreifach: Mutterliebe, Gattenliebe, Nächstenliebe
Zu 4.: Fairness und Ausgleich, Menschenführung
Zu 5.: Selbstkontrolle, Verzicht, Bescheidenheit, Disziplin
Zu 6.: Dankbarkeit,  Hoffnung, Optimismus, Sinn für Schönheit, Humor, Kreativität., wohlwollendes Verhalten sich selbst und anderen gegenüber.

Jeder Mensch kann sich aussuchen, was ihm am meisten liegt, was er tun und wahrnehmen kann, um positive Gefühle zu haben, die ihm Freude und Zufriedenheit bringen. Es sind oft Kleinigkeiten wie das Hopsen eines fröhlichen Kindes, ein paar Blumen am Wegrand, ein Zitronenfalter auf dem ersten Frühlingsweg usw..

Hoffnung und Optimismus sind ganz vorrangig! Menschen mit diesen Prämissen erholen sich nachweisbar schneller von einer Krankheit!

Das Einfachste und Wichtigste ist die Dankbarkeit. Sie erhellt das Leben der Menschen in hohem Maße, weil sie doppelt wirkt: Ich habe das Gefühl, dass ich das wert bin, was mir ein anderer Gutes tut, und der Helfende erfährt den Dank als eine Art Belohnung! Man kann das „Danke“ auch noch durch Beiworte „kultivieren“! Beispiele: „Danke für ihre Mühe!“ , „Danke für ihre Freundlichkeit“, „Danke! Das ist mir eine große Hilfe!“ usw..

Singen steht hier nicht im Katalog. Es bewirkt die Ausschüttung von Oxytocin, was froh macht! Probieren Sie es doch mal! Singen Sie mit ihrem Partner, den Kindern, Enkeln, Freunden oder in einem Chor!

Wer sich lächelnd auf seinen Weg macht, bekommt „Antwort“!

Eine gesunde Seele bewirkt einen gesunden Körper: Das Immunsystem tut sein positives Werk! Eine Blutdruckerhöhung tritt nicht vor dem „Pflichtalter“ - etwa um 65 Jahre – auf!

Wenn Sie meinen, Sie haben kaum positive Gefühle, dann überlegen Sie doch abends vor dem Schlafen, an den Fingern abzählend, was an dem Tag für Sie Schönes und Gutes gewesen ist! - Vielleicht die Sonne, die nach Nebeltagen erwachte; Nachbars Katze, die um Ihre Beine strich; die Ehefrau hat endlich den schrägen Hut gekauft und der Chef hatte gute Laune!

Woher kommen diese Grundlagen für positive Gefühle?:
50% bringen wir mit auf die Welt, von unseren Eltern und Vorfahren in den Genen verankert; 10% kommen ohne Mühe in unserem Leben dazu; die restlichen 40% sind das, was Sie für sich gut finden und umsetzen in positive Gefühle für ein zufriedenes Leben!

Dr. Angela Erbe