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01.02.2018 Im Herbst 2017 wurde eine Studie veröffentlicht, wonach der Insektenbestand in Deutschland seit 1989 insgesamt um 75% abgenommen hat. Dies ist eine erschreckende Zahl, wenn man bedenkt, welch wichtigen Stellenwert die Insekten in der Natur aber z.B. auch für die Landwirtschaft haben.
Auch wurden auffallende Unterschiede in den verschiedenen Regionen beobachtet. So konnte deutlich festgestellt werden, dass sich auf  Flächen, die naturbelassen oder naturnah bewirtschaftet werden, ein merklich vielfältigeres Artenspektrum und erheblich höhere Populationen erhalten konnten. Der Insektenschwund hat dramatische Folgen in erster Linie für unsere Singvögel. Für Pflanzen, die auf die Befruchtung durch Insekten - wie z.B. Bienen – angewiesen sind, hat das verheerende Auswirkungen. In China sind z.B. in manchen Bezirken die Bienen so dezimiert, dass auf Obstplantagen versucht wird, die Bäume per Hand durch hohen Einsatz menschlicher Arbeitskraft zu bestäuben.
Insekten brauchen Wiesen voller verschiedener Kräuter und Blüten sowie Sträucher, Unterholz und kleine Baumgruppen. Zu sehr ‘aufgeräumte‘ Grünflächen, wo z.B. durch zu häufiges Mähen gar keine Blühphasen ermöglicht werden und eine Rasenmonokultur entsteht, können dann nicht mehr im ausreichenden Maße als Lebens- oder Nahrungsraum dienen. Um aber den Insekten zu helfen, wäre es sinnvoll, den Rasenaufwuchs mit all seinen Wildkräutern länger und damit das Erblühen zuzulassen oder auch einmal Brennnessel-, Laub- oder auch Reisiganhäufungen zu akzeptieren. Damit könnten wir alle einen zumindest kleinen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt leisten.
Selbst in der Stadt Wildau mit ihren relativ wenigen Grünflächen sollten wir uns deshalb darum kümmern, dieser fatalen Entwicklung des Artenschwunds entgegenzuwirken. Wenn sich auf städtischen Grünflächen geeignete Standorte finden lassen - wie z.B. im Stadtgarten östlich vom Marktplatz – soll nun versucht werden, dass sich unter den dortigen (Obst-) Bäumen eine Blühwiese entwickeln kann. Allerdings darf  dann das Gras nicht mehr wie ein Sportrasen permanent kurz getrimmt werden. Auch sind wir bemüht, weitere geeignete Flächen zu finden – wie auch das Verständnis für ein solches Vorgehen im Zusammenhang mit der Pflege der öffentlichen Grünflächen.
Wir könnten damit einen - wenn auch kleinen - Beitrag für die Sicherung der Biodiversität auch in einem städtischen Umfeld leisten und bitten daher um Zustimmung und Unterstützung. Die Natur könnte ein Stück Lebensraum zurückgewinnen!
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