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Länderübergreifende Friedensbotschaft

09.09.2015 Deutsch-Polnisches Orchester „grenzenlos“ musiziert mit Künstlern der Region in Wildau

Der Verein „Musik und Leben“ e.V. Luckau unterhält seit 2007 eine enge Partnerschaft zum Musikverein Wschowa in Polen.
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Das Bild zeigt die Aufführung der Friedenssinfonie am 06.09.2014 in Lübben.

Foto: Birgit Keilbach

Regelmäßige Probenlager und Konzerte ließen die Musiker eng zusammen wachsen. Im Jahr 2010 wirkte das Orchester aus Luckau am Projekt „Schlabendorf – eine zeitgenössische Dorfmusik“ mit und baute eine enge künstlerische Beziehung zur englischen Komponistin Hazel Leach auf. Das Werk wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung aufgeführt und setzte sich mit den Auswirkungen des Kohlebergbaus in unserer Region auseinander.

Die musikalischen Anstrengungen zur Aufführung der Dorfmusik waren für die Musikschüler und Freizeitmusiker enorm. Am Ende stand das Gefühl, das Ziel gut erreicht zu haben. Aber alle waren sich einig, solch eine Unternehmung nicht noch einmal zu starten.
Nach einer kreativen Pause regten sich jedoch Stimmen im Orchester, dass diese anspruchsvolle Arbeit fortgesetzt werden soll. Die Musiker hatten bei vielen Konzerten in Deutschland und Polen erlebt, wie ihre Musik vom Publikum aufgenommen und verarbeitet wurde. Zuhörer aller Generationen, aber besonders Menschen, die den Krieg und die Nachkriegszeit erlebt haben, bedankten sich beim Orchester für die gemeinsamen Auftritte. „Danke, danke für diesen schönen Nachmittag!“ rief eine ältere Frau nach einem Konzert in Polen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich noch erlebe, dass deutsche Jugendliche polnische Volkslieder spielen.“ fügte sie hinzu.

Das war der Impuls zur Friedenssinfonie „Dona Nobis Pacem“. Das Konzept wurde erstellt und mit der Komponistin Hazel Leach besprochen. Es war klar, dass alle Mitwirkenden an ihre Leistungsgrenze gehen müssen, um so eine Sinfonie zu spielen.

In einer Zeit, in der Europa wieder unsicherer wird, wollen die Musiker aktiv für den Frieden eintreten. Der Bürgerkrieg in der Ukraine, die Situation in den baltischen Ländern und manch andere Entwicklung stimmen alle friedliebenden Menschen sehr nachdenklich.
Nach einer wohlüberlegten Abstimmung im Vereinsvorstand wurde der Kompositionsauftrag ausgelöst. Zunächst trug der Verein das Risiko allein, um die Komposition und die notwendige Organisation und Werbung bezahlen zu können. Doch das Projekt fand schnell Förderer. So wurden Förderanträge durch die Stiftung Dahme-Spreewald der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, durch den Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburgs, durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk und durch die Stadt Luckau in den Jahren 2013 und 2014 bewilligt. Die vorbereitenden Treffen der Musiker und die Veranstaltungen wurden damit finanziell abgesichert.

Bald lag Satz 1 der Sinfonie auf den Notenpulten. Die ersten Proben waren eher demotivierend. Einige Musiker stellten fest: „Das schaffen wir nie!“. Andere meinten: „Schlabendorf war auch erst so schwer, dann haben wir es geschafft.“ Schritt für Schritt fügten der deutsche und der polnische Orchesterleiter das Bild zusammen und der Erfolg beim Üben stellte sich ein. Die Sinfonie wurde im September 2014 in Wschowa (Pl), Lübben und Luckau erfolgreich aufgeführt.

Im ersten und zweiten Satz der Sinfonie kommt die Lebensfreude der Menschen in Friedenszeiten zum Ausdruck. „Eine Perle der Provinz“ und „Tanz in der Kleinstadt“ lassen schon ahnen, dass es fröhlich und unterhaltsam zugeht. Im 3. Satz „Krieg“ entwickelt sich zunächst eine unterschwellige, bedrohliche Atmosphäre. Diese steigert sich über mehrere Stufen zu einer sehr chaotischen Szene, in der jegliche Kontrolle verloren geht. Nach einer Generalpause machen sich Trauer, Leid und Verzweiflung breit. Nahtlos schließt sich der 4. Satz „Brücken des Friedens“ an. Gesprochene Texte über Soldaten- und Familienschicksale aus den unterschiedlichsten Ländern mischen sich mit sehr leiser Musik. Nach und nach blüht die Stimmung wieder auf und endet mit einem strahlenden Schlussakkord – dem Kanon „Dona Nobis Pacem“, in den auch das Publikum mit einbezogen wird.

Etwa 50 Musiker des Orchesters „grenzenlos“ und 70 Sänger und Sprecher aus der Region Königs Wusterhausen / Wildau werden dieses anspruchsvolle und hoch emotionale Werk am Samstag, dem 12. September 2015 um 16.00 Uhr im Volkshaus Wildau aufführen. Einlass ist um 15.00 Uhr.

Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.friedenssinfonie.de. Wir laden Sie ein, diese Aufführung zu erleben und mit ihrem Besuch aktiv für den Frieden einzutreten.

Verein „Musik und Leben“ e.V. Luckau
und alle Mitwirkenden aus KW / Wildau