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Jahresrückblick 2015

23.12.2015 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Wildauerinnen und Wildauer,
das Jahr 2015 war (und ist noch immer) ein besonderes Jahr. Deutschland ist in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit geraten. Millionen Menschen wollen nach Deutschland, fliehen nach Deutschland. Die Welt um uns herum hat einen neuen Grad der Unordnung erreicht. Chaotische, für die Menschen schlimme Verhältnisse in vielen Teilen der Welt; Krieg, Zerstörung, Hunger, Elend, Not.
Deutschland erscheint in diesem Umfeld geradezu als eine Oase der Stabilität, des Wohlergehens, der Zukunftssicherheit. Deutschland wird zur Hoffnung, zum Zielpunkt sehr vieler notleidender Menschen aus vielen Ländern der Erde, zurzeit vor allem aus dem sog. Nahen Osten, insbesondere aus Syrien und dem Irak.
Deutschland kommt damit unter Druck. Wir wollen helfen. Wir müssen helfen, wenn andere Menschen in Not sind. Aber unsere Möglichkeiten sind nicht unerschöpflich. Deutschland ist relativ wohlhabend, wirtschaftlich erfolgreich und relativ gut organisiert. Die Unterbringung und teilweise Integration von Millionen ausländischer Menschen aus anderen kulturellen, religiösen und historischen Zusammenhängen, mit überwiegend geringen Kenntnissen unserer deutschen Sprache bzw. ohne jegliche deutsche Sprachkenntnisse ist eine gewaltige Herausforderung für uns. Zum Glück sind sehr viele Deutsche bereit zu helfen. Auch materielle Möglichkeiten hat Deutschland nicht wenig. Die Anforderungen sind aber auch sehr groß; schon allein die räumliche Unterbringung der Flüchtlinge angesichts des bevorstehenden Winters verlangt sehr viel. Die rechtlichen Klärungen der Asylanträge in einem rechtsstaatlichen Verfahren sind oft kompliziert und aufwendig. Die Ergebnisse sind unterschiedlich, der rechtliche Status und die Perspektive der zu uns Gekommenen sind entsprechend unterschiedlich. Das erfordert stark differenzierte Betreuungs- und Integrationsanstrengungen. Auch die persönlichen Voraussetzungen der Flüchtlinge für eine Integration in unsere Gesellschaft sind sehr unterschiedlich. Unser personeller Einsatz dafür wird in den nächsten Jahren sehr hoch sein, durch ehrenamtlich Tätige wie durch „Profis“, also hauptberuflich Tätige. Und andere Aufgaben/Probleme müssen in Deutschland natürlich auch noch bewältigt werden.
In Wildau geht es zunächst um die Errichtung einer neuen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge/Asylbewerber. Dies ist eigentlich eine Aufgabe unseres Landkreises. Aber in Wildau übernimmt diese Aufgabe unsere Wildauer Wohnungsbaugesellschaft (WiWO). Der Landkreis wird die Wildauer Gemeinschaftsunterkunft für 10 Jahre von der WiWO anmieten. Die Betreibung unserer Gemeinschaftsunterkunft wird voraussichtlich die Dahmeland soziale Dienste GmbH, eine Tochtergesellschaft unserer Seniorenheim Wildau GmbH, übernehmen. Gegenwärtig wird der Bauantrag für die Wildauer Gemeinschaftsunterkunft bearbeitet. Wenn alles relativ normal läuft, wird die Gemeinschaftsunterkunft im Frühjahr 2016 dem Landkreis zur Verfügung gestellt werden können. Wildau hat insofern gute Rahmenbedingungen für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben, weil weitere Tochtergesellschaften der Stadt sich mit ihren Möglichkeiten professionell in die Betreuung und Integration einbringen können, z.B. die ABS GmbH mit arbeitsmarktlichen Projekten. Auch die Gesundheitszentrum GmbH und die MEG mbH sind wichtige Helfer für die Betreuung der Flüchtlinge. Ein wichtiger Aktivposten für unsere Integrationsanstrengungen ist auch die Technische Hochschule in Wildau. Studenten bzw. Mitarbeiter können uns bei vielen Sprachmittlungsproblemen (Dolmetscherleistungen) unterstützen. Das ist gerade in der Anfangszeit sehr wichtig. Die Flüchtlinge müssen auch Basis-Deutschkurse bekommen. Insofern ist es sehr gut, dass es in Wildau eine ganze Reihe Weiterbildungseinrichtungen gibt. Weitere spannende Themen sind die Betreuung und Schulung der Kinder der Flüchtlinge. Im Kita-Bereich sind in Wildau gegenwärtig ausreichend Kapazitäten vorhanden. Die Gemeinschaftsunterkunft in Wildau wird aus vier Fertigteilhäusern bestehen, die im Verbund betrieben werden und die ein ordentliches Niveau haben werden. Welche Flüchtlinge kommen werden, erfahren wir erst unmittelbar vor ihrer Zuweisung.
In Wildau gehen trotz der neuen Herausforderungen die von uns begonnenen großen und wichtigen Investitionen weiter. Wenn dieser Rückblick veröffentlicht wird, wird hoffentlich unser Klubhaus schon eröffnet haben. Und vielleicht können die ersten Weihnachts- und Jahresabschlussfeiern schon in diesem Jahr im Klubhaus durchgeführt werden. Dann wäre eine sehr anspruchsvolle Investition der WiWO und der Stadt geschafft. Weiter geht es noch mit der Bergstraße. Gegenwärtig wird der besonders schwierige 3. Bauabschnitt realisiert. Wenn alles gut läuft, werden wir das Gesamtprojekt im kommenden Jahr fertigstellen. Sehr groß sind auch unsere Anstrengungen zur weiteren Sanierung unserer Schwimmhalle. Noch in 2015 soll der 3. Bauabschnitt der Sanierung des Altbestandes der Schwimmhalle fertig werden. Ein weihnachtliches Schwimmen soll den Wasserfans noch in diesem Jahr ermöglicht werden. Der 3. BA war und ist sehr anspruchsvoll (Dach und Fassade). Auch der Altbestand der Schwimmhalle hat mit dem Abschluss der Sanierung wieder ein sehr gutes technisches Niveau erreicht und ermöglicht wieder Schwimmsport pur. Für die noch ausstehende Sanierung des Altbestandes der Sporthalle unseres Wildorados hat die Stadtverordnetenversammlung schon im Frühjahr dieses Jahres die Dachsanierung in 2016 beschlossen. Ergänzend hat die Stadt einen Fördermittelantrag beim Bund für weitere Sanierungsmaßnahmen gestellt. Wir sind gespannt, ob wir in die engere Wahl kommen. Bei einer Bewilligung der Förderung könnte die Sanierung in einem größeren Umfang fortgesetzt werden. Immerhin spielen unsere Handballer mit einigen Mannschaften auf einem höheren Leistungsniveau (dritte Liga auf Bundesebene) und sind Landesleistungsstützpunkt im männlichen Jugendbereich und brauchen deshalb entsprechend gute Hallenkapazitäten. Auch über eine weitere größere Sport- bzw. Mehrzweckhalle, die auch von der Technischen Hochschule genutzt werden kann, wird in Wildau ernsthaft kommunalpolitisch diskutiert.
Wildau ist wirtschaftlich auf einem guten Weg. Die Leistungsorientierung ist ein Teil unseres sozialen Lebens. Aber unser Leben umfasst noch wesentlich mehr. Es geht um unser Zusammenleben, um unsere Bildung, um Kultur, um unsere Freizeitgestaltung, um Sport, Bewegung und Gesundheit. Wir brauchen alle eine „Work-Life-Balance“, um uns richtig wohl fühlen zu können. Das sollte unser Ziel für 2016 sein, individuell wie für unsere Stadt insgesamt. Ich wünsche Ihnen allen und uns als Stadt insgesamt auf unserem Weg im kommenden Jahr viele gute Erfolge, möglichst viel Harmonie und Ausgeglichenheit, möglichst wenig „negativen Stress“, viel gute Laune und viele Gründe zum Lachen und zum Fröhlichsein.

Alles Gute für 2016,

Ihr Bürgermeister
Dr. Uwe Malich