wildau.de »Startseite »Aktuelles »Meldungsübersicht »Internationale Arbeitstagung rund um das neue Lehrfach Human Law

Internationale Arbeitstagung rund um das neue Lehrfach Human Law (Rechtspädagogik) im Rathaus und in der Hochschule

15.10.2013 Mit einem „Herzlich Willkommen“ begrüßten Bürgermeister Dr. Uwe Malich, Hausherr des Wildauer Rathauses und Schirmherr der Arbeitstagung Human Law, sowie Prof. Dr. László Ungvári, Präsident der TH Wildau, die aus sieben Staaten stammenden 25 Mitglieder der „International Science Group of Human Law“.
Human Law.JPG
Die auf Einladung der Akademie für Rechtskultur und Rechtspädagogik e.V. erschienenen Wissenschaftler(innen) und Praktiker(innen) aus ganz Deutschland, Österreich, Polen, Mittelamerika, Spanien, Tansania und Tunesien (zugeschaltet per Videokonferenz) berieten bei ihrem Arbeitstreffen am 14./15. Oktober 2013 über Möglichkeiten, die Gründung eines gemeinsamen, internationalen Masterstudienganges Human Law (Rechtspädagogik) an einer deutschen Hochschule und an Hochschulen in Polen, Tunesien, Mittelamerika, Tansania, Spanien, Russland und weiteren Ländern vorzubereiten. Unter Leitung der Akademievorsitzenden Sigrun v. Hasseln-Grindel wurde außerdem beraten, wie Human Law (Rechtspädagogik) schneller in den Alltag von Erziehung, (Aus-)Bildung, Wirtschaft, Politik und Justiz der internationalen Gesellschaft umgesetzt werden kann. Bei ihren Überlegungen spielt Wildau als verkehrsgünstiger und weltoffener Hochschulsitz eine entscheidende Rolle.

Zu den Mitgliedern der „International Science Group of Human Law“ gehören überwiegend Hochschullehrer(innen), Rechtsanwält(inn)en, Richter(inn)en, Pädagog(inn)en, Vertreter(inn)en aus der Wirtschaft und aus der Diplomatie. So vertritt der Diplomat Napoleon Mariona allein Hochschulen aus 19 Staaten aus Lateinamerika, die ein großes Interesse an der Implementierung des Faches Human Law haben. Besonders intensiv ist der wissenschaftliche Austausch mit einer Universität in Tunesien (vgl. http://www.changebyexchange.de/de/24665/index.html). Die Teilnehmer gehören überwiegend Organisationen an, die dem innovativen Lehrfach Unterstützung anbieten, wie etwa in Deutschland die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (Berlin-Brandenburg; DGVN), der Deutsche Anwaltverein mit seinem Menschenrechtsausschuss (DAV) und der Deutschen Juristinnenbund, LV Brandenburg.

Oberstes Ziel von Human Law ist die Innere Sicherheit in jedem Land und zwischen den Völkern auf gleicher Augenhöhe, ohne dass jemand seine kulturellen Wurzeln, moralischen Vorstellungen und einen guten Lebensstandard verlieren oder mehr Kriminalität befürchten muss. Im Gegenteil: es soll stets um einen gerechten Ausgleich gerungen werden. Dabei spielen vor allem Empathie und (eine gemeinsame neue?) Ethik eine große Rolle, sagt Sigrun v. Hasseln-Grindel, Begründerin und Lehrbeauftragte von Human Law. Die langjährige Vorsitzende Richterin der Jugendschwurgerichtskammer des Landgerichts Cottbus hat bei fast jedem Fall von Brutalität bis hin zum Mord als tiefere Ursache der Tat jeweils einen fundamentalen Mangel an Liebe festgestellt; sei es im Elternhaus, im Kindergarten, in der Schule, am Arbeitsplatz oder in Bürger dienenden Einrichtungen wie Ämtern, Justiz, Krankenhäusern und Verkehrsbetrieben.

Bei der Abschlussberatung mit dem Präsidenten der TH Wildau, Prof. Dr. László Ungvári, wurden die nächsten Schritte besprochen.

Die Teilnehmer setzen ihre Beratungen am 17. Februar 2014 in Wildau fort, „weil Wildau so schön und verkehrszentral und die Mannschaften des Rathauses sowie der Hochschule so nett, hilfsbereit und weltoffen sind“.

Sigrun v. Hasseln-Grindel
Was ist Human Law (Rechtspädagogik)?
Die von der Vorsitzenden Richterin und Lehrbeauftragten Sigrun v. Hasseln, Cottbus, begründete Wissenschaft Human Law (Rechtspädagogik) befasst sich mit der Frage, wie wir im Alltag der internationalen Gesellschaft mit anderen auf gleicher Augenhöhe im Frieden miteinander leben können, ohne unsere jeweiligen kulturellen Wurzeln, moralischen Vorstellungen und unseren Lebensstandard zu verlieren und ohne mehr Kriminalität befürchten zu müssen.
Der Fokus ist darauf gerichtet, möglichst schnell, flächendeckend und effektiv demokratische Regeln für Lehrkräfte und Erzieher sowie für Lernende (Kinder, Jugendliche, Studenten, Erwachsene, Eltern) an Universitäten, Hochschulen und anderen Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätten zu vermitteln und auf der Basis des demokratischen Alltags umsetzen zu können.
Human Law stellt die Frage, ob das Recht in einer sich grundlegend verändernden Welt, in der religiöse und soziale Bindungen sich lockern, sich das Unrechtsbewusstsein bis hin zum gesellschaftlichen Zerfall ändert, eine Schlüsselposition übernehmen könnte, um den sozialen und den globalen Frieden sicherer zu machen. Human Law beschäftigt sich damit, welchen ethisch-moralischen Gehalt das Recht haben müsste, welche Faktoren bei der Rechtsgewinnung zu berücksichtigen sind und wie und wo die neuen Erkenntnisse, Maßstäbe und Lerninhalte vermittelt und in den Alltag so umgesetzt werden können, dass Gesetze von Menschen unterschiedlicher Herkunft freiwillig und gern eingehalten werden

Das Lehrfach Rechtspädagogik wird seit 2006 an der BTU Cottbus-Senftenberg, seit 2009 an der Universität Warschau und in Kürze an Universitäten in Tunesien, Mittelamerika, Spanien, Russland und anderen Ländern gelehrt. Es sind zahlreiche Verbindungen zur Technischen Hochschule (FH) Wildau und zur Stadt Wildau angedacht.