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Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Situation in der Ost-Ukraine und zum Verhältnis Ukraine-Russland

04.09.2015 Am Donnerstag, dem 03. September 2015, wurde an der Technischen Hochschule (TH) Wildau, Haus 16, eine gut besuchte Beratungs- und Diskussionsveranstaltung zu der Situation 2000 Kilometer östlich von Wildau, in der Ostukraine und Umfeld, durchgeführt.
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Der Wildauer Bürgermeister Dr. Uwe Malich hatte kompetente Podiumsgäste eingeladen, und zwar den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke, Die LINKE; Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages und seit Jahrzehnten erfahrener Politiker, Dr. Peter Michael Diestel, letzter Innenminister der DDR und damals zugleich stellvertretender Ministerpräsident, Anfang der 90er-Jahre CDU-Frontmann im Land Brandenburg und heute ein sehr bekannter Rechtsanwalt sowie Prof. Dr. László Ungvári, Präsident der Technischen Hochschule Wildau, als Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager in vielen Ländern der Erde unterwegs. Über 80 Gäste waren der Einladung nach Wildau gefolgt.

Zunächst erläuterte Wolfgang Gehrcke die komplizierte politische, wirtschaftliche und soziale Situation in vielen Teilen der Ukraine, insbesondere in der Ostukraine. Viele Menschen leiden dort. Der Krieg hat schon 10.000 Todesopfer gefordert. Es muss hier zu einer Entwicklung in Richtung Frieden und Konfliktlösung kommen. Dr. Peter-Michael Diestel und Prof. Ungvári unterstützten die Einschätzung des Bundestagsabgeordneten. Im weiteren gingen die Podiumsgäste auf das Verhältnis Ukraine-Russland und insbesondere auch das deutsche Verhältnis zu Russland ein. Deutschland könnte eine wesentliche Rolle für die Konfliktlösung spielen. In diesem Zusammenhang wäre aber ein anderes, ein offenes und ehrliches Verhältnis der Bundesrepublik zu Russland nötig. Sowohl vom Podium als auch aus dem Publikum gab es Kritik an der deutschen Position. Dr. Diestel verwies auf das Grundgesetz und darauf, dass die deutsche Regierung den Interessen Deutschlands und des deutschen Volkes verpflichtet ist. Und nicht dritten Interessen, die eine Konfliktverschärfung wollen. Verwiesen wurde von Dr. Diestel und den anderen beiden Podiumsgästen auf die bekannten deutschen Persönlichkeiten Reichskanzler Otto von Bismarck und den kürzlich verstorbenen Egon Bahr, die sich zu unterschiedlichen Zeiten im Interesse unseres Landes für ein gutes Verhältnis zu Russland eingesetzt haben. Daran müssen wir heute für unser eigenes Wohlergehen wieder anknüpfen. Deutschland kann für den Frieden zwischen der Ukraine und Russland und in der Ostukraine eine wichtige Rolle spielen. Kommunikation, Gespräche, Dialog, wirtschaftliche und wissenschaftliche Kooperationen sind sehr hilfreich. Prof. Ungvári konnte berichten, dass die Wildauer Hochschule enge Beziehungen sowohl nach Russland, als auch in die Ukraine unterhält. Mit den Kollegen wird intensiv über die Konfliktsituation gesprochen. Das kann helfen, Verständnis füreinander zu entwickeln. Prof. Ungvári wies im übrigen darauf hin, dass Russland eine sehr große Anzahl von Flüchtlingen aus der Ostukraine aufgenommen hat.

In den Diskussionsbeiträgen aus dem Publikum wurde ebenfalls für die Konfliktlösung argumentiert und es wurde eine gewisse manipulative Tendenz der Mainstream-Medien beklagt, die sich ungünstig auf unser Verhältnis zu Russland auswirkt. Am Ende der zweieinhalbstündigen Diskussion gingen die Gäste mit mehr Wissen, aber dennoch auch mit einer gewissen Schwermut auseinander. Anwesend waren auch eine Vertreterin der russischen Botschaft und ein Vertreter der ukrainischen Botschaft. Die beiden diplomatischen Gäste bedankten sich bei dem Wildauer Bürgermeister für die offene, sachliche und konstruktive Diskussion zu den aufgeführten Problemen.

Der Wildauer Bürgermeister bot beiden Botschaftsvertretern an, wenn sie einen geeigneten Ort für Gespräche miteinander suchen sollten, wäre Wildau sehr geeignet. Dabei verwies er auf die bevorstehende Wiedereröffnung des sanierten und modernisierten Klubhauses an der Dahme. Dort könnten auch Verständigungen zu schwierigen Fragen möglich sein.

Bürgermeister Dr. sc. Uwe Malich