Herr Loge

Bürgermeister Dr. Uwe Malich und Landrat Stephan Loge 1.jpg
Landrat Stephan Loge zu Gast in Wildau

Bei der dritten Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Persönlichkeiten zu Gast in Wildau – Der Bürgermeister lädt ein“ war Landrat Stephan Loge zu Gast im Wildorado in Wildau.

Der Landrat stellte zunächst den Landkreis „Dahme-Spreewald“ vor und ging dabei auf solche Punkte wie das deutliche Nord-Südgefälle ein. Dies wird unter anderem an der im Norden höheren Einwohnerzahl und der im Süden größeren Arbeitslosenquote deutlich.
Darüber hinaus wurden im Rahmen der Veranstaltung auch Problemfelder angesprochen, wie die im gesamten Landkreis geringe Fertilitätsrate. Es herrscht Nachwuchsmangel, Jugendliche sind knapp. Und dies wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Bei den jungen Erwachsenen gibt es nach wie vor noch einen Abwanderungsverlust. Sie werden hier zwar gut ausgebildet und gehen dann aber in den Westen. Eine Möglichkeit, diesem Problem entgegen zu wirken, wäre, dass die Unternehmer auch hier im Osten mehr Lohn/Gehalt bezahlen, denn zwischen Ost und West gibt es immer noch ein Lohngefälle.
Zudem existiert ein Fachkräftemangel, Angebot und Nachfrage klaffen auf dem Arbeitsmarkt auseinander.

In Bezug auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes pro Beschäftigen belegte der Landkreis Dahme-Spreewald indessen im bundesweiten Vergleich im Jahre 2010 Platz 1.
Nach den Worten von Bürgermeister Dr. Malich muss noch viel getan werden, um die Wirtschaft weiter zu steigern. Die Einkommenssituation der Bürger und der Kommunen ist noch nicht ausreichend.

Auf die Frage, was wir noch tun können, antwortete der Landrat u.a.: „Wir in Brandenburg machen uns viel zu schlecht. Wir sollten mehr darauf stolz sein, auf das, was wir erreicht haben und dies auch nach außen hin deutlich machen.“

Des Weiteren wurde auch das Thema Kinderbetreuung diskutiert. Diese muss flexibler werden, denn viele Menschen arbeiten entweder sehr lange oder im Schichtdienst.
Auch die Thematik rund um den Flughafen wurde nicht außer Acht gelassen. Trotz der Belastung von Wildau und der umliegenden Region bei Ostwind, wird es noch in diesem Jahr einen Ansiedlungsboom geben. Die Prüfung des Münchener Modells ist in Arbeit, dauert jedoch 1,5 Jahre. Ende des Jahres werden die Ergebnisse der Prüfung vorliegen. Ab Juni werden die Flugrouten für die Flugzeug-Starts in Richtung Osten ein Jahr einer Prüfung unterzogen und evaluiert und ggf. noch einmal verändert.

Zudem erfolgt durch das Gesundheitsministerium und den Flughafen ein Gesundheitsmonitoring. Daran Beteiligte werden in Kürze nach Wildau eingeladen, um darüber zu berichten. Wildau und Königs Wusterhausen werden die Route 5 gerichtlich prüfen lassen. Gemeinsam müsse man für ein Nachflugverbot kämpfen.

Zudem berichtete Herr Loge aus seinem politischen Werdegang und gab den Anwesenden gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Uwe Malich ausgiebig die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Abschließend lobte Bürgermeister Dr. Malich die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und betonte, dass man sich doch - bis auf einmal im Jahr, bezogen auf die Kreisumlage - im Wesentlichen einig wäre und gemeinsam an einem Strang ziehen würde.

Katja Lützelberger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit