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Friedenssinfonie in Wildau

14.09.2015 Musik verbindet weit über Grenzen hinaus
Am 12. September 2015 wurde im Volkshaus Wildau die Friedenssinfonie „Dona Nobis Pacem“ aufgeführt und dabei ein Zeichen für den Frieden gesetzt. Es musizierte das deutsch-polnische Orchester „grenzenlos“ mit Künstlern aus der Region Wildau.
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Foto: Katja Lüzelberger

Beteiligt waren der Singekreis Wildau unter der Leitung von Frau Nopper, der Popchor der Musikschule Seeliger unter der Leitung von Tino Höch sowie der Chor der Grundschule Wildau unter der Leitung von Frau Blischke. Als Sprecher waren auch Schüler der Ludwig Witthöft Oberschule vertreten.

„Die Friedenssinfonie hatte passend zu Wildau ihren bedeutsamen historischen Hintergrund, den Ausbruch des 2. Weltkrieges vor 76 Jahren (am 1.9.1939). Die Friedenssinfonie hat aber auch eine bedrückende aktuelle Bedeutung. Der Frieden ist in vielen Gebieten unserer Erde von kriegerischen Auseinandersetzungen abgelöst worden. Die gegenwärtige Flüchtlingsbewegung ist Zeuge dieser Entwicklung. Krieg ist etwas Furchtbares, führt nur zu Leid, Opfern und Verlusten auf allen Seiten. Auch heute müssen wir uns gemeinsam um Frieden bemühen. Auf der Welt insgesamt und insbesondere in unserer Nachbarschaft. Die Sinfonie hat uns aufgerüttelt“, so Bürgermeister Dr. Uwe Malich im Anschluss an die Aufführung.

Die Friedenssinfonie bestand aus vier Sätzen. Im ersten und zweiten Satz der Sinfonie kam die Lebensfreude der Menschen in Friedenszeiten zum Ausdruck. „Ein Stern, der Deinen Namen trägt“ und die hier in der Region bekannte „Annemarie-Polka“ erklangen in sinfonischer Verarbeitung. Es war fröhlich und unterhaltsam. Im 3. Satz „Krieg“ entwickelte sich zunächst eine unterschwellige, bedrohliche Atmosphäre. Diese steigerte sich über mehrere Stufen…Bis der Zuhörer dann Gänsehaut bekam und nach einer Generalpause auch Tränen aus den Augen flossen. Zumindest war es bei mir so und ich entdeckte viele weitere Besucher des Konzertes, denen es ebenso ging. Trauer, Leid und Verzweiflung zu Kriegszeiten waren spürbar für die einen, zu erahnen für die anderen. Nahtlos schloss sich der 4. Satz „Brücken des Friedens“ an. Gesprochene Texte über Soldaten- und Familienschicksale aus den unterschiedlichsten Ländern in verschiedenen Sprachen mischten sich mit sehr leiser Musik. Nach und nach blühte die Stimmung dann wieder auf und das Konzert endete mit einem strahlenden Schlussakkord – dem Kanon „Dona Nobis Pacem“, in den auch das Publikum mit einbezogen wurde. Die Sängerinnen und Sänger verließen die Bühne und mischten sich unters Publikum, es war überwältigend.

Ein großer Dank gilt dem Verein „Musik und Leben“ aus Luckau, der die Sinfonie gemeinsam mit Partnerverein aus Wschowa (Pl) ins Leben rief. Hazel Leach komponierte sie. Nähere Informationen finden Sie im Internet unter: www.friedenssinfonie.de. Ein Dank gilt auch der Musikschule Seeliger, die das Konzert ins Volkshaus nach Wildau holte und tatkräftig bei der Organisation im Vorfeld und vor Ort half. Auch allen Akteuren aus Wildau und Umgebung sei gedankt, ohne die das Konzert so nicht hätte stattfinden können. Erstmals arbeiteten all diese in Wildau aktiven Chöre in dieser Art so generationsübergreifend zusammen, was zukünftig für einzelne, besondere Projekte auch beibehalten werden soll.

Für alle, die das Konzert verpasst haben, gibt es in zwei bis drei Jahren voraussichtlich noch einmal die Gelegenheit, die Sinfonie in Wildau zu erleben. Im nächsten Jahr wird sie zunächst in Dänemark aufgeführt und es werden aktuell Kontakte zu weiteren Ländern geknüpft.

Es war ein unvergesslicher Nachmittag im Volkshaus Wildau, der allen Gästen des Konzertes sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Niemand möchte einen Krieg erleben, der solche Gefühle hervorruft.

Katja Lützelberger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit