Zu Gast am 29.09.2011

Frau Errath 2.bmp
Große Emotionen und Bestnoten vom Publikum
„Treff mit Prominenten“ mit der Berliner Weltmeisterin im Eiskunstlaufen von 1974 – Christin Stüber-Errath
Keiner der zahlreichen geladenen Gäste hatte eine genaue Vorstellung, was sich der Wildauer Bürgermeister Dr. Uwe Malich für den „Treff mit Prominenten“ ausgedacht hatte, denn bisher gab es noch keine Veranstaltung dieser Art, wo Bürger der Gemeinde mit bekannten oder prominenten Mitmenschen ganz persönlich ins Gespräch kommen konnten. Den Auftakt machte die ehemalige Weltmeisterin im Eiskunstlaufen Christine Stüber-Errath. Als Moderator des Abends schwärmte Dr. Uwe Malich gleich am Anfang von der sympathischen Ausstrahlung der Berlinerin, die in den 70ern als einzige Berlinerin zahlreiche Titel bei Europa- und Weltmeisterschaften erkämpfte und trotzdem immer bescheiden blieb. Seit 2006 ist sie in Wildau zu Hause und was sich schon in den ersten Minuten bestätigte - die Bodenhaftung hat Christine Stüber-Errath nicht verloren. Sie versprach gleich am Anfang, Geschichten und persönliche Erlebnisse aus der Welt des Eiskunstlaufens zu erzählen. Sie wollte sozusagen sich selbst und ihren Sport hautnah erlebbar machen und hatte dazu nicht nur ihre Original Schlittschuhe aus dem Jahr 1976 mitgebracht, sondern auch die beiden Eislaufkleider mit denen sie bei den Olympischen Spielen in Innsbruck die Bronzemedaille gewann. Bevor Dr. Uwe Malich und Christine Stüber-Errath sich in einem unterhaltsamen und lockeren Dialog gegenseitig die Bälle (Dr. Uwe Malich war aktiver Handballer und Volleyballspieler) zuspielten, erzählte Christine zunächst, dass sie der Liebe wegen nach Wildau gezogen ist, denn sie heiratete 2006 den Kieferorthopäden Dr. Paul Stüber, der in Wildau wohnt und der bereits ihre beiden Kinder in seiner Praxis in Königs Wusterhausen behandelte. „Es muss wohl Schicksal gewesen sein“ sagte die Berlinerin, denn „ich suchte 2006 einen Spezialisten, der mir helfen konnte, den Schiefstand meiner Zähne zu normalisieren und da erinnerte ich mich an Dr. Stüber. Es hat sofort „gefunkt“, im Februar war ich zur Beratung, im März bin ich nach Wildau gezogen und im September haben wir geheiratet.“ In den folgenden zwei Stunden zündete Christine Stüber-Errath mit ihren Schilderungen dann ein emotionales Feuerwerk. Nicht nur die historischen Filmaufnahmen von ihren Kürdarbietungen veranlassten das Publikum zu Zwischenapplaus, auch die Ausschnitte, die sie aus ihrem Buch „Die Pirouettenkönigin“ (erhältlich i.d. Buchhandlung Radwer KW) darbot, waren gefühlvoll und unterhaltsam. Das Buch schrieb sie 2010 für ihre ehemalige Trainerin Inge Wischnewski zu deren 80. Geburtstag. Voller Dankbarkeit sei sie, dass ihr das im Selbstverlag gelungen ist, denn wenige Monate nach ihrem Geburtstag ist Inge Wischnewski gestorben. Mit dem Buch konnten Ereignisse dokumentiert werden, die unter den Berliner Eiskunstläufern oft erzählt wurden, die aber bestimmt irgendwann in Vergessenheit geraten wären. Berliner Eiskunstlauftradition zu bewahren sei ihr Ziel gewesen mit diesem Buch und auch denjenigen ein Denkmal zu setzen, die bemerkenswerte Persönlichkeiten waren, die aber am Rande der Bande agierten und deren Leistungen so nie gewürdigt wurden. Der stimmungsvolle Höhepunkt des Abends war aber wohl eine Überraschung, die sich Christine Stüber-Errath selbst bereitet hat. „Für das Buch“ erzählt sie „habe ich in meinen Erinnerungen gestöbert und eine Karte gefunden, die vor 37 Jahren geschrieben wurde, von einem Fan aus Wildau. So ein verrückter Zufall, dass ich nun selbst in Wildau wohne“ berichtet sie weiter. „Ich habe dann herausgefunden, heimlich natürlich, dass der Autor der Karte noch heute in Wildau lebt. Herr Dr. Malich hat ihn für heute Abend eingeladen. Ich weiß, dass er gekommen ist.“ Als Christine Stüber-Errath dann Blumen an Fred Arbter überreichte und den gerührten Mann umarmte, kamen beiden auch ein paar Tränen der Freude. Ein Kennenlernen nach 37 Jahren ist schon eine Besonderheit. Beide haben jedenfalls die Telefonnummern ausgetauscht und wollen sich noch einmal treffen. Ein gelungener Abend und Dr. Uwe Malich als Ideengeber der Veranstaltung kündigte an, dass bald eine Fortsetzung folgen wird. Man kann gespannt sein, wer dann Rede und Antwort steht. Die Gäste können jedoch sicher sein, dass es wieder eine interessante Persönlichkeit sein wird.

Christine Stüber-Errath
und Katja Lützelberger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit