wildau.de »Startseite »Aktuelles »Meldungsübersicht »Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner

25.02.2014 Aktuelle Informationen für die Saison 2014

In einer Informationsveranstaltung am 29. Januar d.J. hatte das Ordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald erneut zu einem Erfahrungsaustausch aller Kommunen des Kreises eingeladen.
IMG_2111, Stelle markiert.jpg
Denn auch im Jahr 2014 wird uns diese recht neue Plage alle weiter beschäftigen, eine Entwarnung steht nicht in Aussicht. Vielmehr soll wieder früh im Jahr informiert werden, um die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig zu sensibilisieren, wie mit dem Schädling umzugehen ist. Die Gefahr besteht bei Kontakt mit den Raupen dieser Tiere, die einen dichten Pelz aus Brennhaaren tragen, die wiederum Nesselgift enthalten und mit Widerhaken bestückt sind. Direkter Kontakt ist unbedingt zu vermeiden. Aber auch über die Luft können Härchenpartikel übertragen werden, was für Allergiker auch schon zu Problemen führen kann.
Bei Kontakt mit den Brennhaaren bestehen also gesundheitliche Gefahren sowohl für Menschen wie auch für Tiere. Die Haut kann mechanisch und chemisch gereizt werden mit unangenehmen Folgen wie Juckreiz und Hautentzündungen. Aber auch Reizungen von Augen oder den Schleimhäuten der Atemwege, Fieber und Schwindel sind mögliche Reaktionen.  Selbst Haustiere können bei Kontakt betroffen sein. 

Deshalb vorneweg die Regeln und Maßnahmen zur Prävention und zum Schutz der Gesundheit:
Jegliche Arten von Raupen und Gespinsten sollten nicht berührt werden und vor allem Kinder sind vor dem Anfassen von Raupen zu warnen. Wenn der Befall erkannt wird, sind die betroffenen Bereiche abzusperren oder mit deutlich erkennbaren Warnschildern zu versehen. Nach einem Aufenthalt in Befallsgebieten sollte möglichst geduscht und die Haare gewaschen, die Kleidung gewechselt und auch gewaschen werden. Bei Hautausschlägen ist das Kratzen zu vermeiden, damit keine Entzündungen entstehen. Bei stärkeren Beschwerden muss ein Arzt aufgesucht werden. Weitere Fragen zum Gesundheitsschutz beantwortet auch gerne das Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald unter der Telefon-Nummer: 03375 – 26 21 45.

Deutlich erkennbar wird das Vorhandensein des Schädlings durch den auffälligen Kahlfraß der Blätter an Eichenbäumen, bevorzugt bei schon älteren, frei stehenden Bäumen oder an Straßen oder sonnigen Waldrändern. Aber auch vor privaten Flächen machen die Tiere nicht halt. Die typischen Nester in Astgabeln oder am Stamm (sog. Ruheplätze) entstehen etwa ab dem 5. Larvenstadium. Die Nahrungssuche erfolgt nachts und vollzieht sich an Knospen und Blättern mehrerer Eichenarten. Im älteren Larvenstadium sind die `Prozessionen´ zur Nahrungssuche auch tagsüber gut zu beobachten, wenn sich die Raupen in langen Ketten durch die Gegend bewegen. Sie verlaufen meist von Baum zu Baum, sogar über Straßen und Plätze. Ab Mitte Juni erfolgt in der Regel die Verpuppung. Die Kokons werden im Nest wabenartig zusammengesponnen. Deshalb ist auch das nähere Umfeld von Eichen in die Beobachtungen einzubeziehen, da Gespinstnester teilweise auch vom Baum abfallen können.  Die am Baum fest haftenden bzw. auch die abgefallenen Nester können am sichersten auf mechanische Art und Weise bekämpft werden. Dies muss aber von Fachleuten durchgeführt werden. Dabei saugen professionell arbeitende, mit Spezialgeräten und Schutzbekleidung ausgestattete Fachfirmen die Nester ab. Dies sollte bis Mitte Juni geschehen, bevor das Ausfliegen der Falter beginnt und sie sich weiter verbreiten können. Dabei wird auch verhindert, dass alte Gespinste oder Brennhaare in den Boden gelangen, wo sie eventuell über Jahre hinweg noch aktiv bleiben und bei Kontakt ihre unangenehme Wirkung entfalten könnten.

Damit es gar nicht erst zu einem massenhaften Auftreten und den schlimmen Begleiterscheinungen kommt, ist jeder zur Aufmerksamkeit angehalten. Wir bitten um entsprechende Mitteilung von Bürgerinnen und Bürgern, wenn sie die Nester oder die Schädlinge selbst erspähen – z.B. in solchen Prozessionen, die auch den Namen geprägt haben. Dann können rechtzeitig entsprechende Maßnahmen zur Bekämpfung in die Wege geleitet werden.
Besonders sind auch die privaten Eigentümer von Eichen aufgefordert, bereits ab April ihre eigenen Bäume aufmerksam nach geschlüpften Larven abzusuchen.

Mitteilungen sind bitte an die Stadt Wildau zu richten. Ansprechpartner für Baumschutz und auch solche Schädlinge ist dort Herr Starke, erreichbar unter der Tel.-Nr.: 03375 - 50 54 58 oder per E-Mail an [E-Mail anzeigen].

U. Starke, Bauverwaltung/Facility Management