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Dr. Peter Danckert im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Uwe Malich

12.12.2012 Am 06.12.2012 war Dr. Peter Danckert zu Besuch in Wildau. Er folgte der Einladung von Bürgermeister Dr. Uwe Malich und war der 5. Gast im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Persönlichkeiten zu Gast in Wildau“.
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Dr. Peter Danckert wurde 1940 in Berlin geboren und studierte in Berlin und München Rechtswissenschaft. Nach seiner Promotion 1967 zu einem strafrechtlichen Thema arbeitete er seit 1968 als Rechtsanwalt und später ab 1978 als Notar. Seit 1998 ist er Mitglied im Bundestag. Viermal hintereinander wurde er in unserem Wahlkreis als Direktkandidat gewählt. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des Unterbezirks Dahme-Spreewald und Mitglied des Ortsvereins der SPD Wildau.

Dr. Danckert sagte: „Ich bin ein politischer Brandenburger, der auch in Berlin einen Standort hat.“

Einer der interessantesten Mandanten, die er in seiner Zeit als Rechtsanwalt hatte, war Dr. Alexander Schalck-Golodkowski, dessen Verteidigung er als eine „gesamtdeutsche Geschichtsstunde“ bezeichnete.

Dr. Danckert hält Vorlesungen an der Technischen Hochschule Wildau (FH), dort ist er deshalb Honorarprofessor geworden.

Neben Themen wie die Griechenlandproblematik, bei der die anwesenden Gäste auch die Möglichkeit hatten, Fragen zu stellen, wurde vor allem auch das Thema Nachtflugverbot am neuen Flughafen Willy Brandt in Schönefeld besprochen.

Nach dem eindeutigen Ergebnis des Volksbegehrens ist nun die Landespolitik gefordert, einen tragfähigen Kompromiss zu finden. Anfang 2013 will Bürgermeister Dr. Uwe Malich mit den Kollegen seiner Partei im Landtag reden, der Ministerpräsident war bisher in dieser Frage sehr unbeweglich.

Die Frage, warum das vom Wildauer Verein Gegenlärm e.V. entwickelte alternative Flugbetriebssystem kein Gehör in der Landesregierung findet, blieb offen.

Dr. Danckert gab jedoch einen interessanten Rückblick über die Entstehung des Planfeststellungsbeschlusses und stellte deutlich klar, dass  er von Anfang an gegen den Standort in Schönefeld war und Untersuchungen diesen Standort auch als den ungeeignetsten bewerteten, Sperenberg dagegen als den günstigsten. Arbeitsplätze wären seiner Meinung nach dort auch entstanden und dort vermutlich noch dringender benötigt gewesen. Deutlich sagte er auch, dass er erwartet, dass beide Koalitionen das Volksbegehren im Februar/März nächsten Jahres zurückweisen und es zu einem Volksentscheid kommt, bei dem dann alle Brandenburger entscheiden. Wer jedoch glaubt, dass der Flughafen dicht gemacht und nicht weiter ausgebaut wird, irre sich aber. Zudem steht für ihn langfristig auch der Bau einer 3. Start- und Landebahn so gut wie fest.

Dr. Danckert fordert ein Gutachten von internationalen Sachverständigen über die zu erwartende Wirtschaftlichkeit des Flughafens und die angebliche Einschränkung der Wirtschaftlichkeit durch das Nachtflugverbot. Zu Bürgermeister Malich sagte er: „Wir kämpfen politisch wahrscheinlich weiter Seite an Seite“.

Er stellte deutlich dar, dass man ihn bei politischen Entscheidungen zu nichts zwingen kann, was nicht seiner Grundeinstellung entspricht. Z.B. würde er bei Kriegseinsätzen immer deutlich „Nein“ sagen, auch gegen seine Fraktion.

Für den Bundestag kandidieren wird er nicht mehr. Jedoch bot er auf Anfrage des Bürgermeisters an, Bundesverkehrsminister Ramsauer nach Wildau zu einem Referat an die Technische Hochschule einzuladen.

Sichtlich erfreut war er über das Geschenk von Bürgermeister Malich, dem Reprint des Buches „Schwartzkopff 1852 – 1927“.

Katja Lützelberger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit