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Der Regionale Wachstumskern (RWK) "Schönefelder Kreuz" kommt gut voran.

28.02.2012 Im Jahr 2005 stellte das Land Brandenburg seine Wirtschaftsförderpolitik um. Damals wurde auch der Regionale Wachstumskern (RWK) „Schönefelder Kreuz“ konzipiert.
Dem RWK gehören die Gemeinden Schönefeld, Wildau sowie die Stadt Königs Wusterhausen an. Der Wachstumskern hat sich seit 2005 wirtschaftlich gut entwickelt. Das trifft für alle drei Kommunen des RWK zu. Die Kommunen Wildau, Schönefeld und Königs Wusterhausen haben durchaus unterschiedliche Profile. Aber sie passen relativ gut zusammen und stärken sich gegenseitig. Die erreichten wirtschaftlichen Effekte sprechen dafür.

Von besonderer Bedeutung und von besonderer Aussagefähigkeit dafür ist die Entwicklung der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. In Schönefeld, Wildau und Königs Wusterhausen gab es seit 2005 deutliche Zuwächse bei den Beschäftigtenzahlen. Im Wohnort Wildau hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de) von 3.161 im Juni 2005 auf 3.744 im Juni 2011 erhöht. Das ist ein Zuwachs auf 118,44 Prozent. In Königs Wusterhausen beläuft sich der Zuwachs im gleichen Zeitraum von 10.840 auf 12.220 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, d.h. auf 112,73 Prozent. Die entsprechenden Zahlen für Schönefeld sind 4.257 (Juni 2005) und 5.189 (Juni 2011) = 121,73 Prozent. Im RWK insgesamt gab es bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Wohnbevölkerung einen Zuwachs von 2005 bis 2011 (jeweils Juni) auf 115,82 Prozent, also von 18.258 auf 21.146. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der im Landkreis Dahme-Spreewald wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 53.800 auf 60.393, also auf 112,25 Prozent.

Die eine oder andere wird überrascht sein (vielleicht auch der eine oder andere), dass mit dem Anwachsen der Zahl der in den Kommunen wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auch die Zahl der sog. Auspendler angewachsen ist, d.h. der Bürger, die z.B. von Königs Wusterhausen nach Wildau zur Arbeit fahren (von KWh „auspendeln“), oder von Wildau nach Berlin zur Arbeit fahren. Die Zahl der Auspendler aus Wildau stieg von 2.600 im Juni 2005 auf 3.066, also auf 117,92 Prozent. Die entsprechenden Zahlen für Königs Wusterhausen lauten 8.101 (Juni 2005) und 9.492 (Juni 2011) bzw. 117,17 Prozent. Die Zahlen für Schönefeld 3.727 (Juni 2005) und 4.576 (Juni 2011), d.h. ein Zuwachs auf 122,77 Prozent. Im RWK insgesamt stieg die Zahl der Auspendler in dem gleichen Zeitraum von 14.428 auf 17.143, also auf 118,76 Prozent. Auch der Landkreis Dahme-Spreewald hat in diesem Zeitraum ein vergleichbares Ansteigen der Auspendlerzahlen zu verzeichnen, und zwar von 27.444 auf 32.171, d.h. auf 117,22 Prozent. Der Anstieg der Zahl der Auspendler parallel zum Anstieg der Beschäftigtenzahlen ist normal. Er belegt die wachsende Verflechtung der Kommunen, der RWK-Kommunen untereinander und dieser mit ihrem Umfeld einschließlich der Hauptstadt Berlin, namentlich in Bezug auf die Funktionen Arbeiten und Wohnen.

Für die Bewertung der RWK-Entwicklung von besonderer Bedeutung ist die Zunahme der Zahl der in den drei Kommunen arbeitenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, also der Zahl der Arbeitsplätze. Im Arbeitsort Wildau stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Juni 2005 bis Juni 2011 von 3.701 auf 4.911, d.h. auf 132,69 Prozent, also um fast ein Drittel. In Königs Wusterhausen war die entsprechende Steigerung prozentual geringer, um knapp 10 Prozent, von 7.956 im Juni 2005 auf 8.714 im Juni 2011 (=109,53 %). In Schönefeld war die Zunahme der Arbeitsplätze, der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, dagegen noch stärker als in Wildau, von 8.978 im Juni 2005 auf 13.068 im Juni 2011, d.h. auf 145,56 Prozent.  Die Zahlen für den RWK insgesamt sind: 20.635 Arbeitsplätze (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) im Juni 2005 und schon 26.693 im Juni 2011, ein Zuwachs auf 129,36 Prozent. Auch im Landkreis Dahme-Spreewald ist in dem entsprechenden Zeitraum die Zahl der Arbeitsplätze, gemessen an der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, angestiegen. Und zwar von 45.076 auf 52.447, also 116,35 Prozent. Über die Hälfte der Arbeitsplätze des Landkreises Dahme-Spreewald befinden sich damit im RWK „Schönefelder Kreuz“ (Stand Mitte 2011).

Natürlich ist mit dieser Entwicklung ein Anstieg der Zahl der sog. Einpendler in den RWK verbunden. In Wildau stieg ihre Zahl von 3.140 im Juni 2005 auf 4.233 im Juni 2011, d.h. auf 134,81 Prozent. In Königs Wusterhausen von 5.217 auf 5.986, also auf 114,74 Prozent. Der Zuwachs ist auch bei den Einpendlern am größten in Schönefeld, von 8.448 auf 12.462, d.h. auf 147,51 Prozent. Die entsprechenden Zahlen für den RWK insgesamt sind 16.805 Einpendler im Juni 2005 und 22.681 im Juni 2011, ein Zuwachs auf 134,97 Prozent. Auch der Landkreis Dahme-Spreewald in seiner Gesamtheit hat eine Zunahme der Zahl der Einpendler zu verzeichnen, von 18.720 im Juni 2005 auf 24.225 im Juni 2011, d.h. in diesem Zeitraum auf 129,41 Prozent.

Die gute Entwicklung der (sozialversicherungspflichtigen) Beschäftigung im RWK „Schönefelder Kreuz“ hat auch noch eine andere positive Seite, den Rückgang der Arbeitslosigkeit. In Wildau verringerte sich die Arbeitslosigkeit von 591 entsprechend Gemeldeten im Juni 2005 auf 352 im Juni 2011, d.h. auf 59,56 Prozent (oder um rd. 40%). In Schönefeld war überraschender Weise der Rückgang der Arbeitslosigkeit etwas schwächer von 698 im Juni 2005 auf 484 im Juni 2011, also auf 69,34 Prozent bzw. um rd. 30 Prozent. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Königs Wusterhausen liegt dazwischen. Im Juni 2005 waren hier 2.475 Bürger arbeitslos gemeldet, im Juni 2011 1.567, d.h. noch 63,31 Prozent im Vergleich zum Basiszeitpunkt 2005. Die Werte für den RWK insgesamt lauten: 3.764 arbeitslos Gemeldete im Juni 2005, 2.403 im Juni 2011 (63,84%). Ebenfalls überraschend ist, dass die Arbeitslosigkeit im Landkreis Dahme-Spreewald insgesamt in dem gleichen Zeitraum stärker als im RWK „Schönefelder Kreuz“ zurückgegangen ist, und zwar von 11.360 im Juni 2005 auf 5.985 im Juni 2011, also auf 52,68 Prozent bzw. um fast 50 Prozent! Eine Erklärung dafür ist u.a. die Beschäftigungsentwicklung in unserem RWK „Schönefelder Kreuz“. Es ist natürlich leicht möglich, aus den anderen Gemeinden des Landkreises nach Schönefeld, Wildau oder Königs Wusterhausen zur Arbeit auszupendeln, z.B. aus Zeuthen, Schulzendorf, Bestensee, Heidesee usw. (Deutlich wachsende Einpendlerzahlen in den RWK-Kommunen!) Anderseits ist festzustellen, dass Nachfrage und Angebot auf dem Arbeitsmarkt zum Teil nicht passen. Darauf weist u.a. der wachsende Fachkräftemangel in den RWK-Kommunen hin. Es bleibt auf dem Arbeitsmarkt des RWK „Schönefelder Kreuz“ auch in den nächsten Jahren sehr spannend, und es bleibt hier auf dem Arbeitsmarkt noch viel zu tun.

Dr. sc. Uwe Malich, Bürgermeister