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Besuch von Gesundheitsexperten aus China in Wildau und Umgebung

16.01.2015 Im Januar dieses Jahres besuchte eine Gruppe von 25 chinesischen Expertinnen und Experten aus der Verwaltung des Gesundheitswesens der Stadt Beijing (Peking) unter Leitung von Frau HU, Lan (der Familienname steht immer vorn) auf Einladung des HOLON e.V. (aus Königs Wusterhausen) Deutschland.
Gruppe vor dem Gesundheitszentrum.JPG
Dies war keine Tourismusreise. Vielmehr sind die Gesundheitsexperten in unser Land gekommen, um sich hier über Aufgabe, Struktur und Funktion des Gesundheitswesens in Deutschland zu informieren. Sie wollten natürlich auch neben dem Kennenlernen der etablierten Verwaltungs- und Finanzierungsmodelle etwas über die Trends im Pflege- und Gesundheitswesen erfahren. Dabei besuchten sie Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser und Rettungswachen. In Bildungsstätten wie Kitas und Schulen informierten sie sich zum Beispiel über Hygiene- und Gesundheitsstandards, durchzuführende Kita-Untersuchungen, Frühfördermaßnahmen, Sprachstands- und Vorschuluntersuchungen sowie den Schulpsychologischen Dienst und mögliche lern- und psychotherapeutische Interventionsmöglichkeiten.

Gesundheit wird hier also durchaus – wie von der WHO schon vor Jahrzehnten proklamiert – nicht lediglich unter körperlichem, sondern auch unter seelischen und sozialen Aspekten betrachtet. Deshalb spielte die schulische, berufliche und soziale Integration/ Inklusion körperlich und/oder psychisch gestörter Menschen eine besondere Rolle im zu absolvierenden Programm, etwa während des Besuches des Berufsbildungswerkes beim Oberlinhaus in Potsdam.

Am 15.01.2015 stand Wildau auf dem Programm der chinesischen Besucher. Nun kann man sich fragen: Weshalb Wildau? Die Antwort ist einfach: Die Gesundheitspolitik dieser Stadt ist seit geraumer Zeit eng mit dem Grundgedanken der „Gesundheitsprävention“ verbunden, läuft dem Trend also nicht hinterher, sondern bestimmt ihn mit. Wie beuge ich Krankheiten vor? Wie wird Gesundheit zu einem Gut, um dessen Erhalt und Verbesserung sich zunehmend mehr Menschen bemühen? Wie wird dies initiiert und kommunal gestaltet? Diese Fragen standen im Zentrum des Besuches am 15.01.2015. Herr Dr. sc. Uwe Malich, Bürgermeister der Stadt Wildau, begrüßte die Gäste und stellte ihnen Umrisse des Konzeptes „Netzwerk Gesundheitsprävention“ vor, die dann durch den Präventologen Gerd Draeger vertieft wurden. Der Geschäftsführer des „Wildorado“, Klaus-Dieter Kurrat, erläuterte und demonstrierte die Rolle seiner Einrichtung in diesem Konzept.

Birgit Norden, die Geschäftsführerin des Gesundheitszentrums Wildau, machte die Gäste mit Aufbau und Funktion ihrer Einrichtung vertraut und stand für eine Diskussion zur Verfügung. Frau Norden war die einzig weibliche Vortragende an diesem Tag. Die Delegation aus Beijing war deutlich mehrheitlich weiblich, bestand aus gut informierten, kompetenten und sehr interessierten Mitgliedern. Das garantierte eine stets angenehme und lockere Diskussionsatmosphäre.

Die Mitglieder des HOLON e.V. freuen sich auf die nächste Fachdelegation. Die Programmgestaltung ist für uns jedes Mal eine neue Herausforderung, ändert sich die Situation in China doch sehr schnell. Mit europäischen Augen bekommt man das natürlich nur bedingt mit. Deshalb freuen wir uns, den Austausch zwischen unserer Region und der VR China auf diese Weise zu fördern.

Dr. Martin Müller, Holon e.V.