90 Jahre Wildau

26.09.2012 Am 9. September 2012, am „Tag des offenen Denkmals“, fand im Volkshaus Wildau wieder (wie auch schon 2009 und 2011) ein „Tag der offenen Tür“ statt. In diesem Jahr wurde jedoch gleichzeitig noch ein wichtiges Jubiläum gefeiert: 90 Jahre Wildau!
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Viele Überlegungen gingen dem Festtag voraus und am Ende stand es fest: Eine Zeitreise sollte es werden durch die letzten 90 Jahre der Wildauer Geschichte, untermalt mit Musik, Tanz und Mode aus den entsprechenden Jahrzehnten. Aber auch etwas ganz besonderes Neues sollte an diesem Tag den Wildauern zu Ohren kommen: Der „Wildau-Walzer“, ein Lied für alle Wildauer, dass bei Festen gesungen und getanzt werden kann. Ein Lied mit einem recht aktuellen, zeitgemäßen Text, mit dem sich hoffentlich jeder Wildauer identifizieren kann. Und wer es nicht tanzen kann, der schunkelte einfach mit. Thomas Seyer stellte sich dieser Herausforderung und schrieb Text und Melodie des neuen „Wildau-Walzers“.

Schon bei der Eröffnung des Festes um 14 Uhr durch den Bürgermeister und Blasmusik der Berliner Stadtmusikanten waren nahezu alle Sitzplätze besetzt. Die Veranstaltung fand auf den Freiflächen vor dem Haus statt, wie damals, als das Volkshaus noch ein Casino war. Nach einer Einführung in das Programm und der Darstellung der Höhepunkte des Tages durch Katja Lützelberger erklang das Wildau-Lied, gesungen von Amelie Schreiber von der Musikschule Seeliger. Das Wildau-Lied wurde 1933 von Dr. Otto Bischoff geschrieben und 2011 anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft von der Ortschronistin Irmgard Hornung und dem Leiter der Musikschule Seeliger, Roberto Seeliger, um weitere Strophen ergänzt. Im Anschluss daran zeigten nochmals die Berliner Stadtmusikanten unter der Leitung von Walter Klimowicz ihr Können und sorgten mit ihren wundervollen Melodien für die Unterhaltung der Gäste. Danach folgte die Erläuterung der Entstehungsgeschichte von Wildau durch die Ortschronistin Irmgard Hornung und ein schöner unterhaltsamer Auftritt der Kinder der Kita "Wirbelwind" welche eine Torte zum 90. Geburtstag mitbrachten. Darüber hinaus schenkte sie der Gemeinde ein gebasteltes Wappen von Wildau, mit dem blauen Hintergrund für das Wasser der Dahme, dem Lokomotivrad für den Lokomotivbau und den goldenen Ähren für den Ackerbau im alten Ortsteil Hoherlehme. Sie tanzten und sangen in ihren schönen Kostümen und sorgten so für die Unterhaltung der großen und kleinen Gäste.

Danach begann die Zeitreise, ausgehend von dem Bau der historischen, unter Denkmalschutz stehenden Schwartzkopffsiedlung bis heute. Zunächst schilderte die Ortschronistin Irmgard Hornung interessant und mit vielen kleinen Anekdoten die geschichtliche Entwicklung im jeweiligen Jahrzehnt, bevor zu passender Musik die entsprechende Mode gezeigt wurde. Dabei widmete sich Kathrin Kupec, Vorsitzende vom Verein Cultura Latina in Wildau und auch Designerin, den 20er, 30er sowie den 90er Jahren und der Neuzeit. Dabei zeigte sie am Ende erstmals ihre neue Herbstkollektion an Tanz- und Abendmode der Öffentlichkeit. Die 50er bis 80er Jahre stellte Evelyn Heller-Zobel und ihre DDR-Modenschau „Präsent 20 und Co.“ dar, die sie extra für diesen Anlass nach Jahrzehnten umgebaut hatte. Die Zeit um die Jahrhundertwende und die 40er Jahre improvisierte Katja Lützelberger aus ihrem privaten Kostümfundus und bedankt sich hier an dieser Stelle noch einmal bei allen, die sie dabei unterstützten und mitwirkten. Auch die Frisurenmode wurde bei der Zeitreise nicht außer Acht gelassen. Madeleine und Anja vom Friseurteam Richel zauberten den Models wundervolle Frisuren, ebenfalls passend zu den entsprechenden Jahrzehnten. Unterstützt wurde das Feeling des entsprechenden Jahrzehnts durch Showeinlagen der Tanzshowgruppe Kurrat und in den 50er Jahren auch durch eine Showeinlage des Rock’n Roll Clubs „Butterfly“ aus Berlin. Am Ende der Show traute sich auch eine weitere Nachwuchsdesignerin, ihr Können öffentlich auszustellen: Sabine Sommer aus Zeuthen. Ihre Mode ist auch etwas für die kurvenreichere Dame und sehr gut für die Arbeit im Büro geeignet.

In der Neuzeit angekommen hatten dann auch die Kinder der Grundschule Villa Elisabeth einen schönen Auftritt und überzeugten mit Musik und Tanz, gefolgt von Clown Beppo, der bereits 1974 einen Auftritt im Volkshaus hatte und sich sehr freute, nach einer Pause von vielen Jahren wieder im Volkshaus auftreten zu dürfen.

Höhepunkt war dann aber die Uraufführung des „Wildau-Walzers“, der nun hoffentlich zu einem festen Bestandteil der Festivitäten in Wildau werden wird. Auch der Überraschungsgast schaffte es dann noch zu unserer Veranstaltung. So kam das treue Publikum, das bis zum Ende blieb, noch in den Genuss von Magda Ziem Danowskis wundervoller Stimme, die auch den letzten Song des Tages sang: „So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der dürfte nie vergehen“. Aber auch so ein schöner Tag geht zu Ende. Für alle, die noch nicht nach Hause wollten, stand noch eine Führung durch die unter Denkmalschutz stehende Schwartzkopffsiedlung und die feierliche Einweihung der neuen Hinweistafel auf dem Marktplatz in der „Neuen Mitte“ an. Dabei wurde das Band von Doda Schwartzkopff, einer Urenkelin von Louis Schwartzkopff, persönlich durchschnitten. Die Tafel informiert in deutscher und englischer Sprache über die Geschichte der Siedlung und wurde extra für diesen Anlass fertig gestellt – genau wie die dazu gehörigen Informationsflyer, welche an Informationstafeln im Inneren des Volkshauses erhältlich warenm und es auch weiterhin sind.

Im Inneren des Hauses gab es auf allen Ausstellungsflächen auch Sonderausstellungen zum Thema „Wildau“, die größtenteils extra für dieses Jubiläum angefertigt wurden und noch bis Ende September im Volkshaus verbleiben. Dabei zeigten die Ortschronisten selbstverständlich historische Ansichten von Wildau. Die hier ortsansässige Fotografin Halo Klank-Neuendorf zeigte in ihren Werken aktuelle Ansichten der Gemeinde. Darüber hinaus stellte der Hobbyfotograf Thomas Seyer Fotos zum Thema „Beobachtungen eines Brandenburgers in Wildau“ und die Leiterin des Malzirkels des Seniorentreffs, Sigrid Tilgner, Bilder zum Thema „Wildau und Umland“ aus. Sylvia Groth hab mit ihrer Ausstellung "Made in Wildau" u.a. ganz besondere Einblicke in die "Wildauer Schmiedewerke". Schüler der Privatschulen Villa Elisabeth zeigten „Wildau aus Naturrohstoffen“ in Zusammenarbeit mit dem Wildauer Hobbykünstler Walter Berger, welcher auch eigene Werke ausstellte. Der Titel der neuen Ausstellung von Petra Romrig lautete „Legenden“ und zeigte viele berühmte Persönlichkeiten der Zeitgeschichte der letzten 90 Jahre.

Darüber hinaus präsentierte die Hobbykünstlerin Sabine Sommer ihre neue Ausstellung sowie kreative Keramiken, Mode und weitere Handarbeiten. Begleitet wird sie von ihrer Freundin Martina Fels, die extra aus Leipzig angereist war, um ihre Perlenkunst zu präsentieren. Christa Rinke aus Zeesen zeigte hingegen ihre wundervolle Kerzenkunst, und fertigte auch ein kleines Kunstwerk mit dem Logo des Jubiläums an.

Da das Thema des diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ deutschlandweit jedoch „Holz“ lautete, sollte auch dies nicht ganz außer Acht gelassen werden. So stellte Olaf Vitzke aus Bestensee seine Kettensägekunst aus Holz aus, die zusammen mit den Blumen der Gärtnerei Ganßauge und Bühnendeko von Evelyn Heller Zobel zur schönen Dekoration der Außenflächen diente.

Die Versorgung stammte in diesem Jahr von der Wildauer Servicegesellschaft und der Konditorei und Bäckerei Scholz. Petra Reichmuth, Leiterin des Familientreffs „Kleeblatt“, bot darüber hinaus leckere frischgebackene Waffeln an und Manfred Rempel war mit einem Kinderkarussell und einer Süßigkeitenbude mit Zuckerwatte für große und kleine Naschkatzen vor Ort.

Viele fleißige Helfer aus Wildau und Umgebung sorgten dafür, dass das Jubiläum zu einem unvergesslichen Tag für die Wildauerinnen und Wildauer und ihren Gästen wurde.
Allen sei herzlich gedankt für ihre Unterstützung und den Gästen für ihr Erscheinen. Ein Wiedersehen am „Tag des offenen Denkmals“ auf den Freiflächen vor dem Haus ist für 2014 vorgesehen.
Damit es immer etwas ganz besonderes bleibt, etwas worauf man sich freut, ist es geplant, die Veranstaltung alle zwei Jahre stattfinden zu lassen.

Katja Lützelberger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit