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5. Fachtagung des Präventionsnetzwerkes „Gesund in Wildau und Umgebung“

22.05.2015 Am 21. Mai 2015 trafen sich Mitglieder des Netzwerkes Gesundheitsprävention in Wildau und Umgebung im Weiterbildungsraum des Wildorados, um über bestimmte Ansätze zur Stärkung und Förderung der Gesundheit in unserer Region zu diskutieren.
Gesundheitsnetzwerk Foto Katja Lützelberger (1).jpg
Als erstes erläuterte der Präventologe Herr Gerd Draeger die große Bedeutung eines ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegels im menschlichen Blut für die Gesundheit. Vitamin D ist ein wichtiger Helfer in vielen Gesundheitsfragen, ein Helfer gegen eine ganze Reihe von möglichen Krankheitsentwicklungen. Das Vitamin D ist in den letzten 15 Jahren weiter wissenschaftlich untersucht worden und seine große gesundheitliche Bedeutung inzwischen wissenschaftlich weitgehend belegt. Eigentlich produziert der menschliche Körper, wenn er dem Sonnenlicht ausreichend ausgesetzt ist, selbst genügend Vitamin D. Aber in der heutigen Zeit bewegen wir uns zu wenig an der frischen Luft in der Sonne. Wir sitzen zu viel am Arbeitsplatz, im Auto, vor dem Fernseher und hinter Fensterscheiben. Deshalb kann uns eine richtige Ernährung ein wenig helfen, unseren Vitamin-D-Status zu verbessern. Oft genug reicht aber auch das nicht aus. Entsprechende Ergänzungsmittel sind für viele Menschen deshalb angeraten. Die Beratung und Kontrolle durch den Hausarzt und, wenn nötig, der Gang in die Apotheke können helfen. Immerhin weisen in Deutschland nach unterschiedlichen Schätzungen 80 bis 90 Prozent der Menschen einen Vitamin-D-Mangel auf. Herr Draeger widmete sich zudem einem weiteren wichtigen Thema, dessen Bedeutung für die Gesundheit oft unterschätzt wird. Wir brauchen eine gut funktionierende Darmflora, damit die Vitalstoffe, die wir zu uns nehmen, auch vom Körper aufgenommen, resorbiert werden. Nicht selten kann die Darmflora von bestimmten Medikamenten auch geschädigt werden. Sie sollte dann wieder durch sog. Probiotika aufgebaut werden. Auch hierzu ist die Beratung mit dem Hausarzt und ggf. die Kontrolle des Zustandes der Darmflora hilfreich und wichtig für die Bewahrung der Gesundheit.

In einem weiteren Beitrag erläuterte die Ernährungsexpertin Frau Rasenack die Wichtigkeit einer gesunden, vitalstoffreichen Ernährung, einschließlich einer ausreichenden Vitaminversorgung. Leider wird von uns oftmals zu wenig Obst und Gemüse gegessen. Dagegen werden oft zu viel Makronährstoffe von uns konsumiert, z. B. Fleisch, Kartoffeln, Nudeln, Weizenbrot und anderes. Wir sollten unseren Verbrauch an kalorienreichen Makronährstoffen deutlich reduzieren und die Zufuhr der sog. Mikronährstoffe, die im Obst und Gemüse enthalten sind, wesentlich verbessern. Frau Rasenack empfahl zusätzlich auch Nahrungsergänzungsmittel mit einem breiten Spektrum an Vitalstoffen zur Unterstützung zu nehmen, um eine rundum gesunde Ernährung zu erreichen. In der Diskussion wurde u.a. auf den heutzutage extrem hohen Zuckerverbrauch verwiesen. Süßen schmeckt, ist aber in der heute oft anzutreffenden Größenordnung nicht gut für die Gesundheit. Hier sollte jeder seine Verzehrgewohnheiten kontrollieren. Als sehr positiv wurde dagegen der Konsum der unterschiedlichsten Kohlsorten bewertet. Natürlich gibt es hier durchaus Herausforderungen, das auch sehr schmackhaft zu gestalten.

Im Weiteren erläuterte die Medizinerin und Sachbuchautorin Frau Dr. Erbe, warum in der heutigen Zeit Frauen länger leben als Männer. Nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen ist das zum Teil genetisch bedingt. Die Konstitution der Frau sorgt für ein längeres Leben und für weniger Anfälligkeit gegenüber bestimmten Krankheiten, z. B. die sog. Arterienverkalkung. Des weiteren spielt auch der unterschiedliche Lebensstil eine Rolle. Frauen sind in dieser Beziehung deutlich disziplinierter als Männer. Bestimmte gesundheitsschädliche Lebensformen werden von Frauen weniger praktiziert, z. B. Rauchen, Alkohol, mit dem Auto zu schnell fahren. Auch die Suizidrate ist bei den Männern deutlich höher. Eine Erklärung der Unterschiede in der Lebensweise ist der höhere Testosteronspiegel vor allem bei jüngeren Männern. Der höhere Testosteronspiegel, ist evolutionsbiologisch zu erklären und genetisch bedingt. Deshalb reagieren Männer empfindlicher auf Stressfaktoren und werden schneller aufbrausend. Ein ernstes Problem der Männer in Bezug auf ihre Lebenserwartung ist auch ihr Familienstand. Männer, denen eine geeignete Frau an ihrer Seite fehlt (weil sie u.a. ledig, geschieden oder verwitwet sind), müssen Einbußen sowohl in Bezug auf die Lebensqualität, als auch auf die Lebenserwartung hinnehmen. Für alleinstehende Frauen trifft dies interessanterweise nicht zu.

In der Beratung am 21.5.2015 gab es wieder viel bedenkenswertes Neues und Anregungen für eine gesundheitsorientierte Lebensweise.

Am 27.6. wird sich das Gesundheitsnetzwerk auf dem Wildauer Stadt-, Vereins- und Feuerwehrfest präsentieren und steht für Beratungen und Diskussion zur Verfügung.

Dr. Uwe Malich, Bürgermeister

Foto: Katja Lützelberger