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25 Jahre Brandenburgische Frauenwoche – Weite Wege zur Gerechtigkeit

07.03.2015 25 Jahre Brandenburgische Frauenwoche spiegeln 25 Jahre Frauen- und Gleichstellungspolitik im Land Brandenburg wider. Ein Vierteljahrhundert, in denen vielfältige Wege hin zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern gegangen wurden, aber auch noch weite Wege zurückzulegen sind.
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Weit nicht nur, weil der Weg zu mehr Gerechtigkeit ein langer, mitunter auch steiniger oder auch sandiger ist. Weit waren und sind die Wege auch, weil der Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit den Blick weitet für andere Perspektiven, Ideen und Herangehensweisen.

Vergangenheit bewerten, Zukunft gestalten
25 Jahre Brandenburgische Frauenwoche sind Grund genug für einen kritischen Blick zurück nach vorn:
Was wurde in den letzten 25 Jahren frauen- und gleichstellungspolitisch erreicht? Was sind die drängenden Themen und Fragen, an denen auch heute noch gearbeitet werden muss? Wie ist die Brandenburgische Frauenwoche entstanden, was waren und sind ihre Themen und Anliegen? Wie hat sich die Lebenssituation und gesellschaftspolitische Teilhabe von Frauen in Brandenburg seit 1991 entwickelt? Wie hat sich Frauen-und Gleichstellungspolitik insbesondere vor dem Hintergrund ihrer Institutionalisierung und Professionalisierung in Brandenburg entwickelt? Und was brauchen Frauen heute? Welche Lehr- und welche Leerstellen ergeben sich daraus für Frauen-und Gleichstellungspolitik im Land Brandenburg? Welche frauen- und gleichstellungspolitischen Themen und Fragen bewegen unterschiedliche Generationen? Ist Frauen- und Gleichstellungspolitik für junge Frauen von heute noch relevant?

Gleichstellungspolitik – Sein oder nur schöner Schein?
Gleichstellungspolitik ist seit 1992 in der Verfassung des Landes Brandenburg verankert und steht auf der politischen Tagesordnung. Eine wichtige Rolle dabei spielen die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten als Agentinnen des geschlechterpolitischen Wandels. Doch noch immer fehlt es an verbindlichen, einheitlichen Regelungen zu ihren Rechten, Aufgaben, Kompetenzen und Sanktionsmöglichkeiten. Kommunale Gleichstellungsbeauftragte sehen sich der Umsetzung gleichstellungspolitischer Ziele und Maßnahmen der Landesregierung verpflichtet. Sie bekommen jedoch zu wenig Beachtung und Unterstützung von der Kommunalpolitik sowie von Seiten der Landesregierung.

Mit dem Ziel, Geschlechtergerechtigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen und Politikfeldern voranzubringen, beschloss die Landesregierung im Frühjahr 2011 ein Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm. Schon 2008 hatte der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg e.V. die Landesregierung und den Landtag aufgefordert, im Dialog ein entsprechendes Programm zu entwickeln mit den Zielstellungen, bestehende strukturelle Benachteiligungen für Mädchen und Frauen abzubauen und Gleichstellung zwischen den Geschlechtern zu erreichen. Bisher ist dieses Ziel nicht erreicht. Gleichzeitig findet das Engagement zivilgesellschaftlicher Akteurinnen hin zur Geschlechtergerechtigkeit zu wenig Beachtung und politische Anerkennungen.

Gleichstellung in Aktion
„Frauen, wenn wir heute nichts tun, leben wir morgen wie vorgestern“ forderte die Malerin und Regimekritikerin Annemirl Bauer. In diesem Sinne bietet das 25-jährige Jubiläum der Brandenburgischen Frauenwoche die Gelegenheit, Frauen als Akteurinnen von Frauen- und Gleichstellungspolitik mit ihren Perspektiven und Handlungsräumen sichtbar und lebendig werden zu lassen. 25 Jahre Brandenburgische Frauenwoche, das sind auch 25 Jahre Gleichstellungsbeauftragte im Land Brandenburg als Schnittstelle und Motor für frauen- und gleichstellungspolitische Aktivitäten auf lokaler Ebene.

Anlässlich dieses Jubiläums entwickelte der Beirat zur Brandenburgischen Frauenwoche in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten eine Veranstaltung zur Stärkung von Gleichstellungspolitik und -arbeit in den Regionen. Ziel dieser Veranstaltung ist die Erhebung eines Status quo in der lokalen Gleichstellung in Kommunen und 25 Jahre nach der Einführung von Gleichstellungsbeauftragten entsprechende Aktionspläne für die jeweiligen Kommunen und Landkreise zu entwickeln. Anregungen dazu bietet die „Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“(Siehe: http://www.rgre.de/hg_charta_gleichstellung.html; http://www.rgre.de/fileadmin/redaktion/pdf/charta_gleichstellung/Aufstellung_Staedte_Charta_Gleichstellung.pdf).

Engagierte Politiker_innen, Gleichstellungsbeauftragte, Expert_innen, und gleichstellungspolitisch organisierte oder interessierte Bürger_innen entscheiden, ob sie die Charta auf kommunaler Ebene aufgreifen und als politisches Instrument für das Ziel Gleichberechtigung und für die Diskussion über den Stand der Gleichstellung vor Ort nutzen möchten.Frauen in Aktion bewegen etwas in ihrer Region – sichtbar und streitbar!

Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V.

Frauenwoche in Wildau

In Wildau gibt es zwei Veranstaltungen im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche. Das Kabarett „50 oder die junge Kunst des Alters“ am 8. März um 17.00 Uhr und „Frauen, die sich trauen“ am 15. März 2015 in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr, jeweils im Volkshaus Wildau (großer Saal).

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Weiterführende Informationen zur Brandenburgischen Frauenwoche im Landkreis Dahme-Spreewald erhalten Sie unter folgendem Link:
Programm des Frauenwoche im Landkreis Dahme-Spreewald 2015

Katja Lützelberger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing