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20-jähriges Jubiläum des Vereins der Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler der Region Dahme – Spreewald e.V.

02.02.2015 Eine ehrenamtliche Tätigkeit muss gut durchdacht sein, aus eigenem Antrieb erfolgen und die Tätigkeit muss Freude bereiten. Die Ehrenamtler müssen in Gruppen, Vereinen oder anderen Interessenvertretungen an einem Strang ziehen, sich engagieren und Erfolg in der Arbeit sehen. So gehen 20 Jahre ehrenamtliche Arbeit einher mit dem 20-jährigen Jubiläum des Vereins der Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler der Region Dahme–Spreewald e.V. im Februar 2015.
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Ich habe mich bereits in der DDR-Zeit ehrenamtlich engagiert. Ich war unter anderem in der Kammer der Technik (KdT) aktiv. Die Betriebsgruppe der KdT war groß, stabil und aktiv. Jedoch nach der Wende verlor sie ihren Status durch den Verlust von Mitgliedern an den Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Auch die Betriebs- und Bezirksvorstände wollten sich neu organisieren. Nachdem auch das Vermögen der KdT durch westliche Einflussnahme eingezogen wurde, war der Verein nicht mehr handlungsfähig und viele der alten Bezirksvorstände organisierten sich um. In dieser Situation reifte in mir die Idee, in Wildau, einem traditionsreichen Industriestandort, einen selbständigen Ingenieurverein zu gründen. In Berlin versuchte der ehemalige Vorsitzende R. Besser eine Neugründung des Vereins, mit der Beibehaltung der 40-jährigen KdT-Tradition, jedoch war dies nicht durchführbar. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen war das unkomplizierter. Dort entstanden aus der KdT heraus andere Ingenieurvereine und arbeiten bis zum heutigen Tag. Was im Kopf geboren wird, sollte reifen und dann in die Tat umgesetzt werden. Meine Frau und ich haben über 200 Briefe, mit dem Inhalt meiner Gründungsgedanken und einer Einladung zu einem ersten Treffen, geschrieben und in Wildau und Umgebung verteilt. Diese Einladungen waren an ehemalige und interessierte Ingenieure gerichtet. Das erste Treffen war Ende 1994 in dem alten Wildauer Rathaus. Das Interesse und die Beteiligung waren vielversprechend, so auch die Diskussion zum Thema „Vereinsgründung“. Danach gab es viele weitere Treffen an der Technischen Fachhochschule Wildau (TFH), der heutigen Technischen Hochschule Wildau. Unterstützung erhielten wir von Prof. Dr. Arlt und Frau Dr. Wilde. Am 4. Februar 1995 wurde die Gründungsversammlung des Vereines im Haus 3 der TFH abgehalten. Mit diesem Startschuss ging die Arbeit erst so richtig los: Bildung einer Leitung, Namensgebung des Vereins (Verein der Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler der Region Dahme-Spreewald i.G.), Aufnahme der Mitglieder, Organisation von Beratungen und Mitgliederversammlungen und die Suche eines festen Bürostandortes. Am Anfang hielten wir unsere Leitungsberatungen in der Gaststätte „Koliba“ ab, wir sagten dazu „Bretterbude“. Für Mitgliederversammlungen und Vorträge konnten wir Räume der TFH nutzen. Die TFH hat uns einen Raum im Haus 13 zur Verfügung gestellt. Dort war der eigentliche amtliche Beginn, unser erster „Vereinssitz", von dort aus haben wir sehr viel Arbeitszeit investiert, um den Neuanfang des Vereins zu stabilisieren. Nach 5-jährigem erfolgreichem Bestehen des ITW kam uns ein neuer Gedanke.

Wir wollten mit allen bislang gesammelten Informationsmaterialien des Vereins eine Chronik über die Entstehung und Entwicklung des Industriegebietes von Wildau schreiben. Die Idee war so gut, so dass sich vier unserer Mitglieder, Harry Pech, Horst Zissel, Bernhard Welsch, sowie Hans Caesar, ehem. Produktionsdirektor der SMB AG, dazu bereit erklärten, diese in die Tat umzusetzen. Wir haben recherchiert, geschrieben, fotografiert, Interviews/ Beratungen durchgeführt und uns um Sponsoren und Förderer gekümmert. Parallel dazu haben in dieser Zeit die Mitglieder des ITW mit dem Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband, zur Abwasserproblematik eine Infobroschüre geschrieben. Einen Verlag und eine Layout-Firma hatten wir für unser Buch bald gefunden. Als Lektor konnten wir Dr. Vetter von den Ortschronisten Wildau gewinnen. Wir trafen uns beinahe wöchentlich zu Abstimmungen. Zudem mussten wir in dieser Zeit mit unserem Büro vom Haus 13 in das Haus 7 der alten Ingenieurschule Wildau umziehen. Es war eine schwierige Aufgabe, die wir uns da gestellt hatten, doch es hat sich gelohnt. Nach 5-jähriger Arbeit konnte die Chronik „Pulver, Dampf und Schwermaschinen“ über den Industriestandort Wildau fertiggestellt werden. Der Titel stellte sich wie folgt zusammen – Pulver steht für Pulverfabrik, Dampf für Lokomotivbau, Schwermaschinen erklärt sich selbst – die Abkürzung der Titelworte PDS wäre ungewollt und irritierend. Die erste Auflage im Juli 2004 umfasste 2800 Exemplare. Ein Lager gab es nicht und so waren wir dankbar, dass die Exemplare in der alten Werkstatt vom Malermeister B. Hänicke aus Königs Wusterhausen aufbewahrt werden konnten. Bis 2005 wurden alle Bücher verkauft. Eine Nachfrage bestand weiterhin, daraufhin orderten wir eine Nachauflage von 700 Stück. Die Chronik wurde in ganz Deutschland verkauft. Den längsten Weg hatte ein Buch nach Kanada, der Opa des Bestellers arbeitete in Wildau. Das Porto war doppelt so teuer wie das Buch eigentlich kostete. Es war eine anstrengende, aber auch interessante Zeit. Leider sind zwei Autoren, H. Pech und H. Zissel, schon früh verstorben.

Der Verein gibt Bürgern, Gewerbetreibenden, Industrie und Bildungseinrichtungen Hilfe und Unterstützung. Es werden themenbezogene Vortragsreihen, Veranstaltungen und Konferenzen in Verbindung mit der Technischen Hochschule (TH) Wildau organisiert und Ausflüge zu interessanten Industriebetrieben oder technischen Denkmalen durchgeführt.

Auf Grund meiner Erkrankung 2010 musste ich den Vorsitz abgeben.
Da sich vorerst niemand für einen neuen Vorsitz zur Verfügung gestellt hat, haben wir zwischenzeitlich auch über die Auflösung des Vereins nachgedacht. Jedoch sahen wir uns nach 15-jährigem Bestehen unseren Mitgliedern, der Stadt Wildau und der TH gegenüber verpflichtet und versuchten alles, den Verein zu erhalten.

Und dies ist uns gelungen durch die Bereitschaft des Herrn Dipl.-Ing. Manfred Neumann, Mitglied im ITW, den neuen Vorsitz zu übernehmen.

Bernhard Welsch, im Vorstand des Vereins der Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler der Region Dahme - Spreewald e.V.