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2. Wirtschaftsstammtisch des Bürgermeisters

21.10.2016 Am Donnerstag, dem 20. Oktober 2016, führte der Bürgermeister der Stadt Wildau seinen 2. diesjährigen Wirtschaftsstammtisch durch. Gastgeber der Veranstaltung war die Firma KW-Ambulance im Gebäude der Wildauer DEKRA-Niederlassung.
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Foto: Stadt Wildau
v.l.n.r.: Fred Goldammer (KW-Ambulance), Franz-Josef Müller (DEKRA), Dr. Heiko Vesper (Handwerkskammer Cottbus), Boris Müller (Agentur für Arbeit Königs Wusterhausen) und Bürgermeister Dr. Uwe Malich

Zum Beginn der Veranstaltung stellte der Bürgermeister einen Imagefilm über die Stadt Wildau vor, der die erfolgreiche Entwicklung der Stadt Wildau in wunderschöne Bilder fasste und Lust auf wohnen, leben und arbeiten in Wildau machte. Von den Wildauer Schmiedewerken über das Hightech-Potential der Technischen Hochschule bis zu den Wildauer Kindereinrichtungen und Schulen war das Spektrum der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der kleinen Stadt Wildau nahe der großen Metropole Berlin zu sehen. Der Film fand viel Zuspruch von Seiten der Unternehmer und wirtschaftlichen Führungskräfte. Anschließend stellte der Inhaber der Firma KW-Ambulance, Fred Goldammer, sein Unternehmen ausführlich vor. Die KW-Ambulance gibt es seit nunmehr elf Jahren, seit neun Jahren ist ihr Sitz in Wildau. Schwerpunkt des Unternehmens ist der Fahrdienst für kranke und behinderte Menschen. Darüber hinaus werden aber auch „gewöhnliche“ Kunden bedient, z.B. der Fahrdienst für Firmen nach Jahresabschluss- bzw. Weihnachtsfeiern. Auch rein private Fahrdienst-Anforderungen können bedient werden. Die KW-Ambulance, das ist etwas wirklich Besonderes, gewährleistet einen 24-Stunden-Dienst. Die Nachfrage nach den Dienstleistungen der Firma ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Dementsprechend hat sich auch der Fahrzeug- und Personalbestand des Unternehmens deutlich erhöht. Inzwischen hat die KW-Ambulance immerhin 20 Fahrzeuge im Einsatz, die von insgesamt 50 Mitarbeitern, davon sechs Bürokräfte, bedient werden. Die KW-Ambulance ist inzwischen auch ein wichtiger Partner für Sportvereine unserer Region, denn auch diese benötigen für ihre Fahrten zu Wettkämpfen/Punktspielen Fahrdienstleistungen. Das Wachstum der KW-Ambulance verdeutlichte auch ein Problem, das im Folgenden vom Königs Wusterhausener Geschäftsstellenleiter der Bundesagentur für Arbeit, Herrn Boris Müller, weiter vertieft wurde: Nämlich den zunehmenden Fachkräftemangel, mit dem sich die Firmen in unserer Region immer stärker auseinandersetzen müssen.

Herr Boris Müller erläuterte zunächst, dass allein im Bereich der Geschäftsstelle Königs Wusterhausen (inklusive Wildau) bei der Bundesagentur 1.000 unbesetzte Stellen gemeldet sind. Die Arbeitsmarktlage hat sich im Vergleich zur Situation vor zehn oder 15 Jahren grundlegend geändert. Die Arbeitslosenquote liegt in unserer Region unter dem Bundesdurchschnitt und deutlich unter dem des Landes Brandenburg. Seit Anfang 2016 wurden im Landkreis Dahme-Spreewald 4.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet, davon immerhin 653 allein aus Wildau. In dem Maße wie die Arbeitslosigkeit sinkt, verstärkt sich schrittweise der Fachkräftemangel in unserer Region. Hauptsächlich zwei Antworten sind auf diese Problemlage notwendig: Zum einen die weitere Qualifizierung unseres Arbeitskräftepotenzials und zum anderen der Zuzug von Arbeitskräften/Fachkräften aus anderen Regionen Deutschlands und aus dem Ausland. Dafür aber (da waren sich die anwesenden Unternehmer einig) ist die Schaffung von gutem und differenziertem Wohnraum nötig. Auch andere Standortfaktoren sind wichtig. Z.B. die Qualität der Kindertagesstätten und der Schulen, aber auch unserer Infrastruktur. Herr Müller ging dann auch auf die Betreuung von anerkannten bzw. geduldeten Flüchtlingen durch die Bundesagentur und das Jobcenter ein. Ca. 880 Flüchtlinge haben beide Arbeitsmarktinstitutionen gegenwärtig in ihrer Betreuung. Immerhin konnten bisher schon 48 Flüchtlinge in Arbeit vermittelt werden. Als Hauptproblem, auch der arbeitsmarktlichen Integration, stellt sich das Sprachproblem dar. Hier müssen sich die Flüchtlinge engagiert einsetzen und gerade hier brauchen sie auch unsere Unterstützung.

In einem 3. Vortrag erläuterte Herr Dr. Heiko Vesper von der Handwerkskammer Cottbus, Geschäftsstelle Königs Wusterhausen, die wachsende Bedeutung der Digitalisierung auch im Handwerk. Durch die Digitalisierung verändern sich auch traditionelle Berufsbilder. Sie werden modernisiert und mit Hightech-Aspekten angereichert. Sowohl die handwerkliche Leistungserbringung wird durch die neue IT-Technik verändert und verbessert, als auch die Außendarstellung, das Image des Handwerkes, verändert sich durch die Digitalisierung. Auch Handwerker müssen heute hoch qualifiziert sein. Und es verbessert sich tendenziell auch die Einnahmesituation für die meisten Handwerker. Handwerk hat unter den gegenwärtigen Verhältnissen durchaus auch wieder „goldenen Boden“. Auch Dank der Digitalisierung. Es lohnt sich also für unseren Nachwuchs, sich mit dem Thema Handwerksberuf auseinanderzusetzen. Die Wildauer Wirtschaft ist jedenfalls (noch) auf dem Weg nach vorn.

Dr. Uwe Malich
Bürgermeister
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