wildau.de »Startseite »Aktuelles »Meldungsübersicht »100.000 Bürger könnten vom Fluglärm entlastet werden

Fluglärm

28.09.2012  – aber kaum ein Verantwortlicher hat Interesse an dieser Möglichkeit
Am 26.09.2012 hat die Gemeinde Wildau gemeinsam mit dem Verein GegenLärm e.V. die kommunalpolitisch verantwortlichen Mitglieder der Fluglärmkommission des Flughafens Schönefeld zu einer Informationsveranstaltung über das „BB-Modell“ des An- und Abflugverfahrens von Schönefeld, nach Wildau eingeladen.
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Mit dem „BB-Modell“ wonach jeweils in Abhängigkeit von der Windrichtung eine der beiden SLB (Start- und Landebahnen) nur für Starts und die andere dann nur für Anflüge genutzt wird, könnten aufgrund der Vereinfachung des Start- und Landesystems rund 100.000 Bürger Brandenburgs und Berlins vom Fluglärm aktiv entlastet werden. Trotz dieser möglichen Effekte hielt sich das Interesse der betroffenen kommunalpolitisch Verantwortlichen in sehr engen Grenzen.

Die Gemeinde Wildau hatte knapp 50 kommunalpolitisch verantwortliche Mitglieder der Fluglärmkommission zu der Informationsveranstaltung in Vorbereitung auf die nächste FLK-Sitzung eingeladen. Nur eine Handvoll Verantwortlicher sagte eine Teilnahme zu. Von denen sagten noch weitere unmittelbar vor der Veranstaltung ab. Die Experten des Vereins GegenLärm konnten ihre Argumente „nur“ dem Vertreter des Landkreises Dahme-Spreewald und dem Vertreter der Stadt Mittenwalde darlegen. Es ergab sich eine interessante und spannende Diskussion, die die Vorteile des BB-Modells in Bezug auf die Fluglärmbelastung, aber auch in Bezug auf die Vereinfachung des Bodenverkehrs der Flugzeuge am Flughafen klar verdeutlichte. Ausgerechnet wurde u.a., dass die Vereinfachung des Bodenverkehrs für die Airlines zu einer Kerosineinsparung von hochgerechnet 100 Mio.€ pro Jahr respekt. von 1 Mrd. € in 10 Jahren führen würde. Mit der Kerosineinsparung würde es auch zu einer deutlichen Verringerung der Schadstoffemission am Flughafen Schönefeld kommen.

Es kann der Fluglärm drastisch reduziert werden, dementsprechend können die Kosten für den passiven Lärmschutz deutlich, in einem hohen Millionenbetrag, reduziert werden. Der Kerosinverbrauch kann verringert werden, ebenso die Schadstoffbelastung der Bürger im Umfeld von Schönefeld. Aber man muss es wollen. Vor allem die Flughafengesellschaft ist gefragt, aber auch die politisch Verantwortlichen. Wir sind gespannt, ob das entsprechende Verbesserungspotential für den Flughafen BER einer ernsthaften Prüfung unterzogen wird. Im Interesse der Bürger wäre dies zu wünschen.

Dr. Uwe Malich    
Bürgermeister